Drei Jahre nach ihrem Debütalbum „Garments“ meldet sich das Schweizer Quintett Hyla Crucifer mit einem Minialbum zurück. Mit Gitarre, Gesang, Posaune, Bass und Schlagzeug besetzt wie eine Jazz-Combo und dem Jazz tonal immer noch tief verbunden, stellt die Gruppe um Drummer Lukas Briner ihre Fertigkeiten in den Dienst einer genreübergreifenden Mission: Songs, komponiert und getextet von Briner, oft basierend auf Reflexionen und Alltagsbetrachtungen, mit vibratofreier Stimme gesungen von Vera Baumann. Die instrumentale Begleitung bewegt sich so frei und fließend durch Stilistiken wie Postpunk, Gothic, Vocal- und Free Jazz, Kraut- und Math-Rock, dass Differenzen schlicht verwischen. Hyla Crucifer spielen eine neue Form von Popsong, die sie selber wohl lieber öfter im Radio und Internet hören würden. Im Vergleich zum Album fällt in den vier Kompositionen eine Hinwendung zu dunkleren Klängen auf, was für das kommende Album hohe Erwartungen weckt. Ihre Faszination für gebrochene Metren bleibt dagegen ungebrochen.
Text
Eric Mandel
Ausgabe
, Jazz thing 164
Veröffentlicht am 02. Jul 2026 um 07:58 Uhr unter Reviews