Der Bandname Synestet weckt Assoziationen mit Synästhesie, jenem Phänomen, bei dem mehrere Sinne miteinander verschmelzen und aufeinander reagieren. Was sich durchaus auf die Musik der französischen Klarinettistin Hélène Duret übertragen lässt, hört man sich ihr neues Album „Perception“ an. Denn das regt erst einmal die sinnliche Vorstellungskraft an. Musik als Spiel aus Farben, Formen und Texturen. Eine rockige Gitarre parliert mit dem Schlagzeug, während Saxofon, Klarinette, Kontrabass und die Posaune des Gastmusikers Nils Wogram zu einem Klangkörper mit einprägsamen Melodien verschmelzen. Zwischen dem Erbe von Ornette Coleman, Jimmy Giuffre und Duke Ellington und zeitgenössischen Einflüssen wie Jakob Bro oder Timber Timbre lädt dieses europäische Sextett zu einer interessanten Klangreise zwischen Einfachheit und Erfindungsgabe ein.
Text
Christoph Giese
Ausgabe
, Jazz thing 164
Veröffentlicht am 10. Aug 2026 um 07:58 Uhr unter Reviews