Berlin: biegungen im ausland

Eric MingusEric MingusDie langlebige Konzertserie biegungen im Berliner ausland geht in die zweite Saison des Jahres. Die besteht zwar „nur“ aus zwei Doppelkonzerten, doch das Line-up hat es in sich. Eric Mingus, der jüngste Sohn des Kontrabassisten und Bandleaders Charles Mingus, hat sich längst als Spoken-Word- und Gesangs-Künstler etabliert, der mit jedem Projekt von neuem zwischen afroamerikanischer Roots-Musik und Avantgarde vermittelt. Im Ausland trifft er am 5. September auf die irische Saxofonistin Catherine Sikora, mit der ihn eine lange musikalische Freundschaft verbindet. So bildeten sie 2007 das Duo Clockwork Mercury, mit dem sie ihrer gemeinsamen Liebe für Poesie, Improvisation und Boxsport Ausdruck verliehen. 2015 spielte Sikora als Solistin in Mingus Neuinterpretation der Rock-Oper „Tommy“. Im zweiten Konzert des Abends trifft die Pianistin Isabel Anders unter dem Projektnamen 8y7 auf die multidisziplinäre Klangforscherin Lázara Rosell Albear, zu deren Instrumentarium Schlagzeug und Taschentrompete gehören. Auch Anders und Albear haben bereits in verschiedenen Konstellationen improvisiert, ihre erneute Begegnung im Duo verspricht radikale Klangraumdurchmessung und dynamischen Magnetismus.

Am 11. Oktober tritt mit Schlagzeuger M. Takara und der Keyboarderin/Elektronikerin Carla Boregas ein weiteres, auf zahlreichen Auftritten und Einspielungen erprobtes Duo auf, allerdings erweitert um den Perkussionisten Dudù Kouate, der unter anderem mit dem Art Ensemble of Chicago, Roscoe Mitchell und Moor Mother zusammenspielte. Abgerundet werden die diesjährigen biegungen schließlich durch die Begegnung zwischen dem Wuppertaler Kontrabassisten Alexander Frangenheim ( Zeitkratzer, WTTF Quartet) und der versatilen Saxofonistin Ryoko Ono, die in etlichen Duo-Projekten und zuletzt dem Power-Quartett Plastic Dogs umwerfende Technik mit endloser Imagination verbindet.

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biegungen im ausland

Text
Eric Mandel
Foto
Christophe Charpenel

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