Die im Titel intendierte Frage „What Dances Here“ lässt sich im Fall von Clara Vetter beantworten. Die Pianistin aus Baden-Württemberg, die kürzlich erst ihren 30. Geburtstag feierte, bringt im Zusammenspiel mit ihrer Rhythmusgruppe aus Berlin und Köln, Phil Donkin (Bass) und Fabian Arends (Drums), die Töne regelrecht zum Tanzen. Natürlich nicht konkret, sondern als ein imaginärer Prozess, den Vetter, Donkin und Arends mit ihrem intuitiven Zusammenspiel stets aufs Neue anstoßen. Im Ergebnis klingt die Musik dieses Trios zeit- und alterslos zugleich, was damit zu tun hat, dass sie sich ohne Vorgaben aus dem Moment heraus entwickelt, in dem Vetter, Donkin und Arends zusammenspielen. Und ja, es ist auch Jazz, weil die drei gerne mal so lässig swingen wie die Altforderen und sie imstande sind, richtige Geschichten zu erzählen, denen zuzuhören großen Spaß macht. Es ist eine aktuelle Musik, weil sie unter anderem Bezüge aufzeigt in Impressionismus und Improvisation. Beides steht bei Vetter hoch im Kurs.
Text
Martin Laurentius
Ausgabe
, Jazz thing 164
Veröffentlicht am 29. Jun 2026 um 07:58 Uhr unter Reviews