ELBJAZZ 2018

Julia Hülsmann

Weihnachten steht vor der Tür und mir fällt einfach kein Blog-Thema ein, dass zu dieser besinnlichen Zeit passt. Und das, obwohl ich ein echter Weihnachtsfan bin. Na ja,…vielleicht fällt mir ja doch etwas ein. Jeder braucht doch Ideen für Weihnachtsgeschenke. Da erzähle ich doch einfach mal von Musik, die ich in letzter Zeit gehört habe und die man sich kaufen kann.

Normalerweise komme ich gar nicht so oft dazu in Konzerte zu gehen, aber der inzwischen schon lange vergangene November war erfreulicherweise sehr ertragreich. Das liegt auch daran, dass an einem Wochenende mein Mann mit Kind zu Oma gefahren ist, damit ich schreiben kann (Musik versteht sich). Zufälligerweise war genau an diesem Wochenende das Berliner Jazzfest. Großartig, da konnte ich mich so richtig austoben.

Am Donnerstag bin ich zum Eröffnungskonzert in das Berliner Festspielhaus gegangen und konnte mir Vince Mendozas Blauklang anhören. Ganz wunderbare Musik, z.B. All Blues in neuem Gewand, aber auch 6 extra für dieses Projekt neu komponierte Stücke. Ein echtes Staraufgebot an Musikern: sehr beeindruckt hat mich der Saxophonist Stéphane Guillaume (tenor, alto und soprano sax), aber auch Niels Klein, der einen unglaublichen Instrumentenpark um sich stehen hatte, (alles was tief ist) war klasse. Auf der CD, die bei ACT erschienen ist spielt Steffen Schorn, den ich natürlich auch gerne live gehört hätte.

Schön wären nur mehr Soli von Claudio Puntin (Klarinetten) und eben Niels Klein gewesen. Aber schließlich waren da auch noch Markus Stockhausen, Nguyen Lê, Peter Erskine, Christopher Dell und noch einige mehr….. (Vince Mendoza: Blauklang, ACT).

Am Freitag bin ich dann bei Richard Galliano gewesen, Gonzalo Rubalcaba hat Klavier gespielt. Er ist für mich besonders herausgestochen, weil er auf wunderbar subtile Weise den Schönklang ab und zu untergraben hat, ohne die Leichtigkeit der Musik aufs Spiel zu setzen oder zu verlieren.Die Musik Gallianos ist mir manchmal etwas zu „schön“, aber es muss ja auch nicht immer schräg sein.  (Richard Galliano mit Gonzalo Rubalcaba, Charlie Haden und Mino Cinelu: Love Day, Los Angeles Sessions).

Danach gab es Lina Nyberg, eine schwedische Sängerin, die ich noch nicht kannte. Eine spannende Entdeckung. Mit einer sehr frischen Band (eine Freundin, die neben mir saß meinte der Bassist sah aus wie frisch aus einem MTV Video entsprungen) spielte sie eigene Songs, die irgendwie dem Django Bates Stil verwand sind. Gut rollende, meist krumme Grooves, die  immer einen Schuß Humor haben, ohne klamaukig zu werden. Lina Nybergs entspannte Bühnenpräsenz hat mich auch überzeugt. Lustigerweise waren ein paar Kollegen mit denen ich mich später unterhalten habe, nicht so begeistert wie ich und hätten die Band lieber in einem kleinen Club gehört.  So verschieden kann die Wahrnehmung sein.  Die aktuelle CD „Tellus“ besitze ich leider noch nicht. Aber vielleicht bekomme ich sie ja zu Weihnachten geschenkt.

Eine absolute Entdeckung ist für mich der Schlagzeuger Jon Fält, der sowohl bei Lina Nyberg als auch beim Bobo Stenson  Trio (Bobo Stenson, Piano/ Anders Jormin, Bass/ Jon Fält, Drums) am Samstag gespielt hat. Dieses Konzert hat mich total umgehauen. Natürlich bin ich im Moment sehr auf Piano-Trio geeicht und dass Bobo Stenson ein Labelkollege ist spricht wahrscheinlich auch  für eine Ästhetik, die mir nahe liegt.  Das Zusammenspiel der Drei, die Stücke, der Sound als Trio, alles war mit Tiefe und Liebe zur Melodie gespielt. Nichts war oberflächlich oder zufällig. Jon Fält hat den Laden die ganze Zeit aufgemischt ohne zu aufdringlich zu sein und hat wirklich aus Allem interessante Sounds kreiert (z.B. auch der Monitorbox…).

Ich muss zugeben, dass mir Worte da nicht reichen als Beschreibung. Das muß man einfach hören! Natürlich ist die CD anders als das Konzert, aber nicht weniger empfehlenswert. (Bobo Stenson,Cantando ECM)

Freitag und Samstag bin ich später noch ins A-Trane gegangen und hab noch ein paar Stücke von Firomanum und Soap gehört, beides mit Eva Kruse am Bass, die 5 Abende hintereinander mit drei verschiedenen Bands gespielt hat!! Hat mir auch ausgesprochen gut gefallen! Nach Soap habe ich sofort Lust bekommen wieder mehr Rhodes und Groove-Mugge zu spielen.

Jetzt habt ihr einen kleinen Eindruck, was mir so gefällt und vielleicht seid ihr neugierig geworden auf das ein oder andere und habt eine Idee für ein Weihnachtsgeschenk.

Ich freue mich jedenfalls schon aufs nächste Berliner Jazzfest….

Ich wünsche allen Jazzfreunden ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch!

Julia Hülsmann

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