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Lili Lameng

„April In Paris“ will ich singen, in Leipzig liegt Schnee. Gerade habe ich auf dem Markt Narzissen gekauft, um dem Winterblues entgegenzuwirken. Ich blättere in Reisekatalogen. Eigentlich möchte ich nur auf einer Wiese liegen und gar nichts denken. Wochenend‘ und Sonnenschein lassen sich schwerlich herbeizaubern.

Welche Songs machen Sie glücklich? Großer Test in der BRIGITTE meiner Nachbarin. Mein Anliegen ist demnach Schönheit. Ich fühle mich geschmeichelt. Ich besteche durch Stilsicherheit und einen gewissen Hauch von Glamour. Die Narzissen auf meinem Küchentisch beginnen zu duften. Es wird noch detaillierter: Der Song „Nicest Things“ von Kate Nash soll mir besonders gefallen. Woher wollen die das wissen? Ich kenne den Song gar nicht, darf aber auf der entsprechenden Internetseite mal reinhören. Eine aufdringliche Geige im Hintergrund. Auf der Nash-CD, der „Nicest Things“ entnommen ist, heißen andere Songs „Shit Song“ oder „Skeleton Song“. Da rebelliert mein Stilgefühl. Narzissenduft? Nur eingebildet! „Songs For Dinner“ heißt die Kollektion neuerer Titel, vier angeblich opulente, gefühlvolle und dramatische Songs darunter werden meinem Hörtyp zugeordnet. Da stimmt was nicht. Woraus sollte ein Dinner mit der schrillen Geige im Hintergrund bestehen?

Schnell weg von dieser Irreführung! Da komme ich dem Frühlingsgefühl mit Sixties-Note im Abgang bei Lily Allen näher. Ihre Musik klingt fröhlich. Meine Laune hebt sich wieder leicht. Gar nicht so einfach ist das mit der inneren Balance. Lily Allen bietet mir keinen Test an, ich bin ihr egal, aber mit ihr kann ich mir die Sonne wenigstens vorstellen.

Inzwischen habe ich mein Duftlämpchen mit Orangenöl in Betrieb genommen. Auch das soll sich positiv auf die Stimmung niederschlagen. Ein zwischenzeitlicher Besuch in der Leipziger Kaffeerösterei Ganos bescherte mir ein Minimalhoch, ausgelöst durch einen Espresso, noch wirksamer war das Vogelgezwitscher auf dem Nach-Hause-Weg. Denn aus den südlichen Überwinterungsgebieten treffen jetzt die ersten Frühlingsboten ein: Star, Misteldrossel und Hausrotschwanz sind nun auf der Suche nach Nistplätzen. So lese ich es auf der Suche nach Auskünften zu den berüchtigten Frühlingsgefühlen. Vielleicht sollte ich einen Nistkasten aufstellen, um mich mit der Welt in Einklang zu bringen.

Ich lege die Vier Jahreszeiten auf: Das Allegro, Vivaldis Frühling, stimmt mich fröhlich. Überhaupt soll ja Barockmusik an sich der Gesundheit förderlich sein. Auch wenn es so kalt ist wie dieser Tage, kann man vom Frühling singen: K.D. Lang träumt an kalten Orten von der Jahreszeit des wiedererwachenden Lebens: „I Dream Of Spring“, melancholisch in der Aussage, dennoch klanglich stimmungshebend. Die meistens Frühjahrssongs aus den dreißiger und vierziger Jahren wurden zu Standards, zu Recht: Rodgers und Hammerstein mit „It Might As Well Be Spring“, 1945. Dann Ella Fitzgerald mit „Spring Is Here“ von Richard Rodgers und Lorenz Hart. „Mountain Greenery“, 1925, von Tony Bennett gesungen, das klingt wie ein Spaziergang in der ersten Frühlingssonne! Und „Up Jumped Spring“ von Freddie Hubbard, mir geht es schon besser. Zum Schluss reite ich aus, mit Gene Autry, einem der berühmtesten singenden Cowboys, „When It’s Springtime In The Rockies“, 1937!

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