In das dramatische Staccatospiel des Streichquartetts und die meist in den tieferen Oktaven verorteten Klavierharmonien finden sich einzelne solistisch aufbrausende Streicherparts und melancholische Kantilenen ein. So gibt „Interlude“ einen hitzigen Auftakt für Kris Davis‘ achtteilige Suite. In den anknüpfenden Sätzen wechselt elegische kammermusikalische Eleganz („An Invitation To Disappear“) zu geisterhafter Klangmalerei („Towards No Earthly Pole“) und daraufhin zu dunklen Staccati, hektisch flirrenden Streicherparts und melancholiegefärbtem Ensemblespiel („The Known End“). Nicht weniger differenziert und anspruchsvoll gestaltet und interpretiert zeigen sich die weiteren vier Sätze der Suite, die Davis als künstlerische Auseinandersetzung mit Umweltzerstörung, Klimawandel und den Folgen konzipiert hat.
Text
Christina M. Bauer
Ausgabe
, Jazz thing 163
Veröffentlicht am 23. Apr 2026 um 07:59 Uhr unter Reviews