WDR COSMO: Aus in 2027

Save COSMO RadioSave COSMO RadioDer WDR-Sender COSMO (ehemals Funkhaus Europa) soll nun ein völlig neues Gesicht bekommen. Das interkulturelle Programm, das neben seinem Musikanteil (Slogan: „Der Sound der Welt“) Sendungen in etlichen Sprachen ausstrahlt, soll dem Popsender 1LIVE untergegliedert werden und ab dem 1. April 2027 1LIVE Street heißen. Dies hat der Rundfunkrat des Senders am vergangenen Mittwoch mit 25 zu 20 Stimmen mehrheitlich beschlossen (bei einer Enthaltung). Inhaltlich soll COSMO in eine HipHop-Welle mit der Zielgruppe bis 30 Jahre umgewandelt werden, die Sendestrecken auf beispielsweise Italienisch, Serbisch, Kroatisch, Bosnisch und Kurdisch entfallen ersatzlos.

Als die ARD im Zuge ihrer breit angelegten Sparmaßnahmen 2025 verkündete, von ihren 70 Sendern 17 zu schließen, hieß es im Kontext von COSMO noch, man wolle den Sender „weiterentwickeln“. „Wenn nun aber der Name, die Musik, die Mehrsprachigkeit, die Themen, über die wir berichten, und das Personal zu großen Teilen ein anderes ist“, wird ein:e anonym bleibende:r COSMO-Redakateur:in kürzlich in der taz zitiert, „dann ist es de facto eine Abschaffung des Senders. Das ,Weiterentwicklung‘ zu nennen, empfinde ich als ziemlich dreist. Besonders der neue Name, 1LIVE Street, wird vor allem von den jungen Mitarbeitenden im Team als rassistisch und klassistisch kritisiert. Warum wird ein interkulturelles, migrantisches Programm auf den Straßenaspekt reduziert?“

Die jetzt bekannt gewordenen Pläne sind faktisch das Aus und bei der herrschenden politischen Stimmung ein verheerendes Signal für das gesellschaftliche Klima im Land. In verschiedenen Petitionen wurde bereits gegen die Reformpläne protestiert, Prominente unter den mehr als 100.000 Unterzeichnerinnen und Unterzeichnern sind zum Beispiel Herbert Grönemeyer, der Rapper Trettmann oder die Ex-Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Claudia Roth. Eine Mail aus dem „Team der COSMO-Verantwortlichen“ wollte den Eindruck erwecken, die gesamte Redaktion stünde hinter der Umwandlung. Dies entspricht laut der Petitions-Initiative Save COSMO Radio aber nicht den Tatsachen.

Jetzt gibt es eine neue Solidaritäts-Aktion: Mehr als 500 Organisationen, Initiativen und Unterstützende aus Kultur, Wissenschaft und Politik kritisieren in einem offenen Brief, „Einschalten gegen das Abschalten“, an alle Intendant:innen der ARD die Abschaffung der bisherigen Form von COSMO. In Gang gebracht wurde der Brief von den Neuen deutschen Medienmacher:innen. Ihre Forderung: „COSMO nicht abwickeln, sondern zu einem starken, bundesweiten ARD-Gemeinschaftsprogramm ausbauen.“ Zu den Unterzeichner:innen gehören unter anderem Karen Taylor, Vorsitzende der Bundeskonferenz der Migrant:innenorganisationen, und Gökay Sofuoğlu, Bundesvorsitzender der Türkischen Gemeinde in Deutschland e.V.

Weiterführende Links
Save COSMO Radio
„Einschalten gegen das Abschalten“
WDR Presse

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Stefan Franzen
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Save Cosmo Radio

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Applaus 2026