Ihre Harfe, Vocals, Electronics und Kompositionen setzt Julie Campiche in diesem Repertoire als Mittel der künstlerischen Konfrontation ein. Angesichts der dramaturgischen Gestaltung passt es ins Bild, dass die Musikerin neben variierenden Ensembles bereits öfter für Performances und Film komponiert hat. Zarter Gesang trifft auf folkloristische Harfenklänge, Samples aus Statements oder Reden auf teils ganz durchsichtige, teils dicht gewobene musikalische Texturen. Das Grazile und Fragile begegnet gleichermaßen dem rhythmisch Vorantreibenden, dem düster Bedrohlichen und dem mutig Empowernden. Die Stücke sind Frauenrechtlerinnen und Frauenrechtsbewegungen gewidmet und setzen sich mit Rollenzuweisungen, Diskriminierung, Ausbeutung, Missbrauch und Gewalt auseinander. Kein leichtes Album, aber kunstfertig und ausdrucksstark.
Text
Christina M. Bauer
Ausgabe
, Jazz thing 162
Veröffentlicht am 05. Mrz 2026 um 07:59 Uhr unter Reviews