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Leipziger Jazztage 2026

Die 50. Leipziger Jazztage im 50. Jahr: Dass eine Ausgabe dieses traditionsreichen Festivals im Osten Deutschlands ausfallen musste, hatte nichts mit der Coronapandemie zu tun, sondern mit dem Wendejahr 1990, als viele Kulturveranstaltungen in Ostdeutschland im Zuge der Wiedervereinigung zur Disposition standen.

Alexander von Schlippenbach (Foto: Peter Purgar)

Nicht wenige dieser Institutionen mussten das Handtuch werfen – auch weil öffentliche Gelder vor allem in Infrastrukturmaßnahmen gesteckt wurden. Deshalb gab es 1990 keine Leipziger Jazztage. Die Pause nutzten die Verantwortlichen der Jazztage und passten das inhaltliche Konzept den neuen, auch politischen Gegebenheiten an. 1991 ist man inhaltlich gehäutet wieder an den Start gegangen, seitdem gibt es ununterbrochen die Leipziger Jazztage.

Jason Moran (Foto: Bolade Banjo)

Statt diesen 50. Geburtstag groß zu feiern, hält man sich in Leipzig vom 17. bis 25. Oktober 2026 eher zurück. Hier und da blitzen Reflexionsmomente bezüglich des rituellen Charakters eines Festivaljubiläums auf – wenn Alexander von Schlippenbach mit dem Globe Unity Orchestra in Leipzig auftritt oder der Posaunist Conny Bauer als Vertreter des einstigen DDR-Jazz ein Konzert mit dem Gitarristen Kalle Kalima und dem Drummer Hamid Drake spielt.

Bill Frisell Trio (Foto: Kory Thibeault)

Ansonsten verweist man auf die Stärken, die sich aus der Historie ergeben. Auf die Verbindungen nach Polen beispielsweise, die in einem der „First Dates“ deutlich werden, wenn das polnische Trio AJAKS auf Leipziger Musiker/-innen trifft. Oder die US-amerikanischen Musiker/-innen, die seit jeher integrale Bestandteile im Programm sind, 2026 etwa mit einem Duke-Ellington-Tribute von Jason Moran. Dann gibt es Konzerte, die große Jazzkunst versprechen – etwa mit Norma Winstone und Kit Downes, Charlie Hunter und Ella Feingold, Joel Ross Good Vibes und dem Bill Frisell Trio.

Ein bisschen Geschichtsunterricht bekommt man auch geboten – mit einem Audio-Walk, der an verschiedenen historischen Konzertorten in der Stadt Station macht und O-Töne und Originalaufnahmen bereithält.

Das komplette Programm ist ab September unter jazzclub-leipzig.de öffentlich.

Foto
Peter Purgar, Bolade Banjo, Kory Thibeault

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