Kontrabass und Stimme – viel mehr brauchen die kunstvoll konstruierten Songs des jungen niederländisch-schweizerischen Duos nicht, um aufhorchen zu lassen. In elf minimalistisch-poetischen Arrangements tänzeln Sängerin Sylvie Klijn und Kontrabassist Christoph Utzinger Ton für Ton durch ihr Material, das geprägt ist von Vocal-Jazz- und Swing-Tradition, seelenvollen Melodien à la Bill Withers und einem ausgeprägten Mut zur Lücke. Weniger ausgeprägt, aber durchaus vorhanden ist der Drang zum Experiment, der sich eher in subtilen Verschiebungen in der gepflegten Klanglandschaft äußert als in radikalen Ansätzen. Ebenso unterschwellig wirksam sind Klijns eigene Beiträge am Keyboard und ihre gelegentliche digitale Stimmverdoppelung. Und gerade in ihrer Reduziertheit sorgen Gastauftritte von Lenni Torgue (Vibrafon, Percussion) und Jürg Bucher (Altklarinette) für Höhepunkte. Am Glockenspiel ist auch kurz Matthias Kohler zu hören, der das Album mit seinen zahlreichen Höhen und wenigen Längen produziert hat.
Text
Eric Mandel
Ausgabe
, Jazz thing 164
Veröffentlicht am 22. Jun 2026 um 07:57 Uhr unter Reviews