Die Sängerin Simone Kopmajer hat mit vielen Jazzstars gearbeitet (darunter George Mraz, Jamaaladeen Tacuma) – in Fernasien soll sie selbst ein kleiner Star sein. Ihr österreichischer Landsmann Viktor Gernot – mit seiner schön sonoren Crooner-Stimme – kommt dagegen aus der Musical- und Entertainer-Welt. Als Gesangs-Duo haben sich die beiden einige große Melodien der Tin Pan Alley und Sinatra-Zeit vorgenommen, darunter „Tea For Two“ (Youmans) oder „Come Fly With Me“ (Van Heusen). Ihr Wechselgesang, ihr gut harmonisierter Duogesang und die Balance der Stimmen überzeugen durchweg. Thomas Kugi (Tenorsax), Paul Urbanek (Piano), Karl Sayer (Bass) und Reinhardt Winkler (Schlagzeug) bilden dazu eine bodenständige Swingband. Besonders die straighten Groove-Nummern sind gut gelungen – der Gesang wirkt immer unangestrengt und relaxt. Willkommene Überraschungen im Programm sind die selten gehörte Textversion von „Take Five“ sowie Melody Gardots „Baby I‘m A Fool“ in englisch-wienerischer Zweisprachigkeit. Auch zwei Originals der Band gibt es zu hören, darunter Gernots litaneiartiger „Easy Life Blues“, in dem er zur Gitarre greift und Kopmajer eine hübsche Scat-Einlage bringt.
Text
Hans-Jürgen Schaal
Ausgabe
, Jazz thing 165
Veröffentlicht am 10. Sep 2026 um 07:57 Uhr unter Reviews