20: Jazz thing Mixtape auf onejazz

Aus dem ostkatalanischen Palafrugell stammt die Sängerin und Songwriterin, Silvia Perez Cruz, laut einem Ankündigungstext der Elbphilharmonie „die schönste Stimme Kataloniens“, deren „Capitana“ aus ihrem neuen Album „Oral_Abisal“ ein Highlight unserer Blue-Rhythm-Kolumne ist. Die kanadische, allerdings schon länger in den USA lebende Pianistin Kris Davis hat ein neues Album mit ihrem hochkarätig besetzten Trio mit Robert Hurst und Johnathan Blake eingespielt. Warum es „Lost in Geneva“ heißt, kann man unter anderem im Interview dazu im aktuellen Heft erfahren. Titelheld Steve Swallow ist mit einem seiner sehr charmanten, dafür recht nüchtern betitelten „Wintersongs“ zu hören. Er heißt „Seven“ und befindet sich auf diesem durchnummerierten Album auf entsprechender Stelle. Der Pianist und Cecile McLorin-Salvant-Begleiter Sullivan Fortner nennt sein neues Album nicht ohne Grund „Leave That in There“ ,und während sich zwei Autoren aus unserem Team sehr gegensätzlich zu diesem Album äußern, hören wir hier „Sugarcane“ und bilden uns eine eigene, möglicherweise dritte Meinung.
„Containment“ heißt das Debütalbum des Schlagzeugers und Komponisten Simon Kuhn, das jetzt, als Volume 114 unserer Reihe „Jazz thing Next Generation“ erscheint. Gemeinsam mit der Geigerin Ania Badura, dem Gitarristen Jan Schrüllkamp und Kevin Hemkemeier am Kontrabass hören wir das Quartett bei „Manumittere“, was schlicht und einfach „freilassen“ bedeutet und hier der Hoffnung gewidmet ist, die eigenen Ängste zu überwinden und das Feiern zu können, was man erreicht hat. In Ghana geboren, in Belgien zu Hause unternimmt Nana Osei Twum Barima auf seinem neuen Album eine „Journey to the Unknown“, bei der der Sänger, Perkussionist, Tänzer und Seperewa-Spieler, diese traditionelle Harfen-Laute der Aschanti zu einer völlig eigenen neuen, musikalischen Sprache finden lässt. Aus Amsterdam stammt Tyn Wibenga, der endlich ein neues Album seines Allstar-besetzten Brainteaser Orchestra veröffentlicht. Gemeinsam mit Otis Sandsjö, dem in Berlin lebenden, schwedischen Saxofonisten, der nicht etwa nach einem Fahrstuhl, sondern nach einem gewissen Herrn Redding benannt wurde, geben sie auf „Basham Otis“ einen eindrucksvolles Ausblick auf dieses neue Album.
Zu guter Letzt sind noch ein paar Takte einer Hindemith-Abstraktion der Gruppe Schmid‘s Huhn zu hören. Das Quartett um die beiden Saxofonisten Stefan Karl Schmid und Leonhard Huhn, mit Stefan Schönegg am Bass und Fabian Arends am Schlagzeug, hat in den mehr als 13 Jahren seines Bestehens einen sehr eigenen bemerkenswerten Ensemblesound gefunden. Angetrieben, wie es im Pressetext heißt, von „vier starken musikalischen Persönlichkeiten, verwebt die Gruppe Elemente aus Post Pop, Cool Jazz, Avantgarde Jazz und zeitgenössischer improvisierter Musik“. Aus den komplett frei improvisierten „Reflections on Hindemith“ hören wir „Abstract 2 – Infinity“; and beyond. All das gibt es am 14. September ab 10 Uhr auf onejazz zu hören – mit Götz Bühler am Mikrofon.
Playlist #20
für das Jazz thing Mixtape vom Montag, 14.9.2026, 10 – 11 Uhr auf onejazz.
Seu Jorge/Maria Rita Vento de Maio The Other Side (Amor in Sound/The Orchard)
Gretchen Parlato The Wise Ones The Wise Ones (Edition/H’Art)
Silvia Perez Cruz Capitana Oral_Abisal (Ep Pez Cruz/Sony)
Kris Davis Trio Lost in Geneva Lost in Geneva (4166/OPEN)
Steve Swallow Seven Winter Songs (ECM/Universal)
Sullivan Fortner Sugarcane Leave That in There (Artwork/PIAS)
Simon Kuhn Manumittere Containment (Double Moon/Bertus)
Nana Osei Twum Barima Owea Journey To The Unknown (Zephyrus/Bandcamp)
Brainteaser Orchestra/Otis Sandsjö Basham Otis Tonepool Paradox (enja yellowbird/edel)
Schmid‘s Huhn Abstract 2 – Affinity Hindemith Abstractions (Musichub)
Weiterführende Links
onejazz.net






