Tenorsaxofonist David Sánchez zeigt sich in seinem neuen Repertoire als sanfter Melodiker mit Sinn für Nuancen und leise Töne. Luis Perdomo verknüpft lyrisches Klavierspiel mit eleganter Harmonik und kernigen Ostinati. Zugleich schöpft Sánchez für seine Originalstücke besonders aus der rhythmischen Tradition der afrikanischen Diaspora in Loíza in Puerto Rico und San Basilio de Palenque in Kolumbien. Das reflektiert der weitere Aufbau seines Ensembles, das neben Bassist und Schlagzeuger gleich drei Percussionisten dieser beiden Länder zusammenbringt. Das von ihnen im feinsinnigen Wechselspiel geformte, sich fortwährend verändernde Rhythmusgeflecht zeichnet sich durch eine entsprechend rare Dichte und Vielschichtigkeit aus. Eine spannende Begegnung des modernen Jazz mit gelebten afrokaribischen Traditionen.
Text
Christina M. Bauer
Ausgabe
, Jazz thing 164
Veröffentlicht am 18. Jun 2026 um 07:59 Uhr unter Reviews