20 Jahre gibt es die Tobias Becker Bigband schon – darauf spielt der Albumtitel „Venti“ an. (Er könnte aber auch die Zahl der Mitwirkenden meinen: 13 Bläser, eine vierköpfige Rhythmsection, drei Gesangsstimmen.) Bandleader Becker ist erneut Pianist, Dirigent, Arrangeur – und hat außerdem sieben der 13 Stücke komponiert. Seine Stärke sind positive, aufmunternde Melodien („Fanfare For Peace“, „Flyin‘ Home“, „Song Of Joy“), die er dann in schönen Satzverschränkungen fortführt. Die Solisten (darunter Markus Harm, Christian Mehler, Marc Roos) können ihre improvisierten Beiträge häufig an einem dynamischen Nullpunkt starten – das gibt ihnen reichlich Gestaltungsfreiheit. Die Grundstimmung bei dieser Bigband ist eher beschaulich und teilweise regelrecht nostalgisch, etwa im erdigen Midtempo-Stück „Back In Saddle“, das an den Fifties-Groove von Count Basie und Quincy Jones erinnert. Von den vier Vokalnummern dürfte „Jardin Du Luxembourg“ die aparteste sein. Der sanfte Samba wird von Laura Kipp auf Französisch gesungen.
Text
Hans-Jürgen Schaal
Ausgabe
, Jazz thing 164
Veröffentlicht am 23. Jul 2026 um 07:59 Uhr unter Reviews