Man muss sich auch nach vorne drängeln wollen. Billy Childs ist dafür nicht der Typ. Er arrangiert lieber, komponiert und spielt in Bands von Kolleg/-innen. Vor bald einem halben Jahrhundert startete der kalifornische Pianist einmal steil bei Freddie Hubbard, sechsmal bekam er seitdem auch einen Grammy überreicht. Trotzdem ließ er sich 25 Jahre Zeit, um wieder einmal im Trio, dem Paradeformat des Klaviers, zu brillieren. An seiner Seite spielen Matt Penman und Ari Hoenig, zwei aufmerksam feinsinnige Alleskönner, und Childs selbst gönnt sich Klassiker wie „Whisper Not“ oder „Ask Me Now“, um mit viel Hardbop, akkordischer Fülle und hörbar immenser Erfahrung sein klassisch modernes Repertoire anzustimmen. „The Triumvirate“ hat daher alles, was ein Jazztrio braucht, wuchtig energische Kraft und harmonische Finesse, eloquentes Solieren und Verankerung in der Tradition. Musik eines Souveräns.
Text
Ralf Dombrowski
Ausgabe
, Jazz thing 164
Veröffentlicht am 15. Jun 2026 um 07:58 Uhr unter Reviews