Berlin: Coltrane@100

Coltrane 100Coltrane 100In der Galiläakirche im Berliner Stadtteil Friedrichshain wird mit einem einwöchigen Sonderprogramm der 100. Geburtstag von John Coltrane gefeiert. Die Kirche wird vom Verein zum Erhalt und zur Förderung des Jugendwiderstandsmuseums als Veranstaltungsort betrieben und hat sich zur festen Anlaufstelle für improvisierende und experimentelle Musiker:innen entwickelt. Im vergangenen Jahr fand dort bereits eine Konzertreihe zum 112. Geburtstag von Sun Ra und dem 102. von Marshall Allen statt.

Die Festlichkeiten zu Ehren Coltranes eröffnet am 22. September der Saxofonist Thomas Borgmann im Trio mit Schlagzeuger Willi Kellers und dem Bassisten Vinicius Cajado. Ein nachvollziehbarer Rücksturz auf den Saturn ereignet sich am 23. September, wenn sich eine Allstar-Besetzung um Aliens wie einen gewissen Pharoannes Mimas Schleiermacher (an „Moon Sax“ und Moog) oder Isis Rhea Rößler am „Horsehead Nebula Bass“ unter dem durchaus Coltrane-kompatiblen Projektnamen „Cosmic Tones for Mental Therapy“)noch einmal ins Sun-Ra-Songbook vertieft. Am 24. September fusioniert das Quartett A.way-A.gain, bestehend aus Dirk Engelhardt (Tenor), Ex-Embryo-Keyboarder Michael Wehmeyer (Piano) Kontrabassist Klaus Axenkopf und Schlagzeuger Esteban Ruiz in seinem Improvisations-Reaktor Hardbop, kosmische Klänge und Melodien vom ganzen blauen Planeten.

Am 25. September bildet sich im Zeichen Coltranes, aber auch Ornette Colemans zum zweiten Mal seit 2025 die musikalische Konstellation Schick (Ignaz, Alt), Lehmann (Ben, Kontrabass) und Griener (Michael, Schlagzeug). Am 26. September lassen der kircheneigene Reverend und selbsternannte „Tenor Saxophone Colossus“ Hunter S. Chicken und Schlagzeuger Jan Leipnitz musikalisch die Korken knallen. Ein spirituelles, pan-terranisch-polyrhytmisches Musikerlebnis verspricht das Line-up des Abschlussabends: Der weitgereiste senegalesische Percussionist, Flötist und Vokalist Dudù Kouate vereint in seinem Projekt Perc’Union Kolleg:innen Laura Robles und Maurizio Ravalico und Dani Schroetzing. Dabei trifft Afrika auf Lateinamerika, Calabash auf Cajón, „Congas & Found Objects“ und, so sibyllinisch wie vielversprechend: „Mind Matter Possibilities“. Beginn der Konzerte ist jeweils 20 Uhr.

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Galiläakirche

Text
Eric Mandel

Veröffentlicht am unter News

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