Für ein Konzert im Jahr 2024 konnte die Hamburger Posaunistin Lisa Stick ihr Traumensemble zusammenstellen. Sie entschied sich für Cesar Joaniquet (Tenor- und Sopransaxofon), Anders Jormin (Kontrabass) und den Berliner Heinrich Köbberling (Schlagzeug). Der Auftritt machte Lust auf mehr gemeinsame Konzerte, darunter, wie auf diesem Album dokumentiert, ein Jahr darauf im Kölner Loft: Es beginnt in mitternächtlicher Stimmung: ein gemessenes Bläser-Unisono, das sich allmählich zu einem leidenschaftlich melodiösen Feature für Kontrabass und Posaune aufbäumt. Die Stücke stammen allesamt aus der Feder von Stick, zu deren Repertoire auch ein Quantum Hektik, Druck und Lust an konträrer Linienführung gehört. Doch am wohlsten fühlt sich das offenbar schnell zur Band zusammengewachsene Quartett in den ruhigeren Kompositionen, die aus simplen Elementen wie einer ostinaten Basslinie oder einer karibischen Melodie Wege zu Komplexität oder zumindest konzentrierter Kreativität öffnen. Zu den Qualitäten von Sticks Dream-Team gehört der Raum, den die Spieler/-innen einander lassen, und den sie damit in den besten Momenten förmlich zum Knistern bringen.
Text
Eric Mandel
Ausgabe
, Jazz thing 165
Veröffentlicht am 17. Sep 2026 um 07:58 Uhr unter Reviews