Schwarzwald: BlackForestJazz

Delphine JousseinDelphine JousseinDer Schwarzwald hat eine lange Jazz-Geschichte, und eines der neuesten Kapitel ist das Festival BlackForestJazz. Es findet seit 2022 biennal in wechselnden, über den ganzen Nordschwarzwald verteilten Spielstätten statt. Die Initiative dafür kam aus den Reihen des Berliner XJAZZ-Festivals, mit dem das Festival von Beginn an kooperativ verbunden ist, und dessen Gründer, der südwestlich von Pforzheim geborene Trompeter Sebastian Studnitzky, beim BlackForestJazz als künstlerischer Leiter fungiert. Er stellte für 2026 ein Programm aus 25 Konzerten an 18 Tagen zusammen, unter Beteiligung international renommierter Künstler:innnen und einiger der interessantesten Projekte der lokalen Szene(n). Er selbst tritt am 3. Oktober im Trio mit Andrii Pokaz (Piano) und Bodek Janke (Schlagzeug) in der Matthäuskirche in Pforzheim auf und vertont danach am 7. Oktober mit dem Trio Singülar im KUBUS des Burgcenter Nagold den Stummfilm-Klassiker „Berlin – Symphonie der Großstadt“.

Studnitzky organisiert das Festival gemeinsam mit dem Kulturveranstalter Gerhard Baral und dem Kulturhaus Osterfeld in Pforzheim sowie dessen Geschäftsführer Paul Taube. Das Programm beginnt am 24. September in Pforzheim mit der expressiven Flötistin Delphine Joussein und ihrem vielsagend „Calamity“ genannten Programm im Kunstverein im Reuchlinhaus. Das zweite Konzert des Abends bestreitet Stammgast und Star-Trompeter Joo Kraus im Pforzheimer Jazzclub Domicile. Zu den bekanntesten Namen im Programm gehören das vielfach ausgezeichnete Tingvall Trio (27.9., Kulturhaus Osterfeld), das multiinstrumentale Trio Random Control um den Pianisten David Helbock, erweitert um die Stimme der Deutschen Jazzpreisträgerin 2022 Fola Dada (29.9., Kurhaus Bad Liebenzell), und die NDR Bigband mit Pianist Omar Sosa (8.10., Kulturhaus Osterfeld).

Zur ästhetisch sicheren Bank zählen das Atom String Quartet (4.10., Hofgut Buckenberg), das Soloprogramm der Pianistin Olivia Trummer (10.10., Stadthalle Maulbronn) und der aufsteigende Trompetenstern Jakob Bänsch mit seinem Programm „All the Others“ (11.10., Schloß Neuenbürg). Gespannt sein darf man aber auch auf Empfehlungen wie das russisch-ukrainische Trio Lúmina, das in Dresden zusammenfand, oder das Pianotrio LBT, das gewissermaßen Techno ohne Elektronik erzeugt (1.10., Jazzclub Domicile). Auch ein Kinderkonzert darf nicht fehlen: Dafür spielt das Quartett von Peter Lehel am 27. September vormittags im Pforzheimer Kulturhaus Osterfeld und eilt von dort zum Nachmittagskonzert im F23 in Freudenstadt. Parallel zum Konzertprogramm läuft in den Kinos Subiaco Freudenstadt, dem KiWi in Bad Wildbad, den Lichtspielen Nagold und dem Kommunalen Kino Pforzheim eine kleine Reihe mit Jazzfilmen, darunter „Miles Ahead“ 2015 und „Jazz on a Summer’s Day“ 1959. Außerdem spielen Fabian Meyer (Piano) und Ferenc Mehl (Schlagzeug) live zum Dokumentarfilm-Klassiker „Nanook of the North“ 1922.

Weiterführende Links
BlackForestJazz

Text
Eric Mandel
Foto
Sam And Max Photo

Veröffentlicht am unter News

Deutsches Jazzfestival Frankfurt 2026