Ausstellung: Ryuichi Sakamoto

Ryuichi SakamotoRyuichi SakamotoAm heutigen Freitag, 11. September, eröffnet im Rahmen der Berlin Art Week die Ausstellung „Seeing Sound, Hearing Time“ von Ryuichi Sakamoto im Hamburger Bahnhof in Berlin. Der 2023 verstorbene Komponist wurde bekannt als Mitglied des Yellow Magic Orchestra sowie durch zahlreiche Kollaborationen und Solo-Werke von Pop bis Avantgarde, darunter zwei Opern und etliche Soundtracks für Filme von Bernardo Bertolucci („Der letzte Kaiser“, „Der Himmel über der Wüste“) und Nagisa Ōshima, in dessen Film „Furyo – Merry Christmas Mr. Lawrence“ er neben David Bowie auch selbst mitspielte. Erste interdisziplinäre Projekte entstanden bereits in den 1980er-Jahren, etwa in Zusammenarbeit mit dem Video-Künstler Nam June Paik. Seit den frühen 2000er-Jahren war Sakamoto regelmäßig in Multimedia-Projekte involviert, von Bühnenwerken bis zu Klanginstallationen.

Die Ausstellung in den Rieckhallen des Hamburger Bahnhofs versammelt in fünf Räumen sieben Audio-Video-Arbeiten mit Musik von Sakamoto, die jeweils in Zusammenarbeit mit verschiedenen Künstler:innen entstanden, darunter der Filmemacher Apichatpong Weerasethakul und die Schauspielerin Tilda Swinton, der Musiker Carsten Nicolai, mit dem Sakamoto eine ganze Reihe von Alben veröffentlichte, und der Performance- und Multimedia-Künstler Shiro Takatani, der auch die beeindruckenden Installationen der Ausstellung schuf: „async/Immersion“ (2023) und das auf einer gemeinsamen Bühnenarbeit basierende „TIME, TIME“ (2024), in denen der untere Bildrand dank der exzellenten Einrichtung zur Spiegelachse wird.

Im Unterschied zu Ausstellungen, in denen die Gäste zwischen zahlreichen Exponaten und Sinneseindrücken viel Strecke zurücklegen müssen, entspricht der Aufenthalt in den so minimalistischen wie aufwendigen Rauminstallationen auf 1.500 Quadratmetern eher einem immersiven Wellness-Erlebnis in Sakamotos Klang- und Bildwelten. Entstanden in den Jahren 2017 bis 2024, sind sie alle durchdrungen von Überlegungen zur Vergänglichkeit, zum Tod und zum subjektiven Erleben der Zeit. Die Ausstellung läuft bis zum 20. Juni 2027 und ist Teil des Jubiläumsprogramms „30 Jahre Hamburger Bahnhof“.

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„Seeing Sound, Hearing Time“

Text
Eric Mandel
Foto
Neo Sora

Veröffentlicht am unter News

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