Berlin: People Festival

People FestivalPeople FestivalIm Berliner Funkhaus in der Nalepastraße findet am 10. und 11. Oktober erstmals seit seiner Premiere wieder das People Festival statt. Erdacht von Mitgliedern von Bands wie The National und Bon Iver sowie unter anderem dem Dirigenten André de Ridder ist die durchaus eigentümliche Veranstaltung aus einem Pilotprojekt 2016 im vor allem bei US-Amerikanern beliebten Michelberger Hotel hervorgegangen. 2018 zog die Veranstaltung ins ungleich größere, ehemalige Funkhaus der DDR. Beim People Festival handelt es sich um eine Art einwöchigen Kreativworkshop Dutzender Künstler:innen quer durch diverse Szenen, mit einem abschließenden Musikprogramm. Es ist ein Festival ohne Headliner und große Bandnamen – auch wenn viele Aktive in durchaus prominenten Besetzungen unterwegs sind. Die dort zum Teil in eigenen Studios residierenden Musiker:innen und zahlreiche angereiste Kolleg:innen verbringen eine Woche damit, in verschiedenen Konstellationen Programme auszuhecken und an zwei Festival-Tagen der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Die 2026er-Ausgabe verspricht auf ihrer Webseite nicht weniger als 200 Premieren auf zwölf Bühnen, versichert, dass noch niemand einen Schimmer hat, was passieren wird, und weist darauf hin, dass es keine Künstler:innenhonorare gibt. Die Ticketeinnahmen dienen ausschließlich der Kostendeckung. Weiterhin heißt es: „180 musicians are already exchanging ideas, sharing songs, to prepare for one more magical encounter. Spending a week across 40 studios and spaces — dedicated to making something special together — for us all to experience, to connect and enjoy!“ Auf Plakaten und Webseite werden bereits Namen genannt, darunter die Initiatoren Aaron und Bryce Dessner von The National und de Ridder sowie Adrian Utley (Portishead), Jan St. Werner und Andi Toma (Mouse on Mars), Limpe Fuchs (Anima), Shahzad Ismaily (Ceramic Dog), Erlend Oye (Whitest Boy Alive) Marena und Max Whitcher, Rebecca Foon (Ex-A Silver Mt. Zion), Zach Condon (Beirut) und viele, viele mehr, die auf den ersten Blick nichts gemeinsam haben, außer dass sie offenbar die kreative Energie in den Räumen des Funkhaus schätzen. Den zum Teil denkmalgeschützten Gebäudekomplex im Osten Berlins mit seinen exzellenten Studioräumen als kreativen Ort erhalten zu haben, gehört zu den positiven Kapiteln jüngerer Berliner Kulturgeschichte. Das People Festival ist eine angemessene Art, dies zu feiern.

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Text
Eric Mandel

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Leverkusener Jazztage