Ein Farbenmeer

Global Cuisine mit Ed Motta, Teil 2

Oha!, die zweite Warmspeise wird serviert: schwarzer Reis bildet das Bett für die Lachsschnitte, darum eine crémefarbene Lache der Maracujá-Weißwein-Sauce. Fruchtiges Säurespiel. Da geht’s zur Sache. Ein würziges Bier kommt mir in den Sinn, eisgekühlt.

Sabine HueckDas ist die Eselsbrücke zum Nachtisch, eine Mango-Tarte-Tatin mit Kokosmilch-Nuss-Eis und karamellisierten Kokosraspeln. Ei, da kommen wir vor lauter Kühle ins Schwitzen. In diesem einen Falle hilft augenblicklich nur eines: 2012er Riesling Schweißtröpfchen. Schwerer Tonboden mit hohem Kalksteinanteil. Kühle Süße in flüssigster Form. „Süßes Leben! Schöne, freundliche Gewohnheit des Daseins und Wirkens!“, wusste schon Goethe niederzuschreiben.

„Oktopus ist das intelligenteste Tier der Welt“, fügte Sabine an, als wir uns anfangs mit dem Oktopus beschäftigten. Möge die hohe Intelligenz nicht allzuoft vom Menschen ignoriert und vor dem Aussterben gerettet werden. Ab und an helfen dann noch der Greenpeace-Fischführer oder die Salzwasserfischabstinenz. In der Hoffnung, einen in klarem, sauberem Wasser schwimmenden Karpfen an die Rute zu locken. Trüschenleber kommt mir in den Sinn. Die Quappe, auch Aalrutte genannt; welch‘ seltene Gelegenheit, und wie delikat ein „Süßwasserdorsch“ doch sein kann. Ich muss unbedingt dieses Jahr noch mit einem Bodenseefischer frühmorgens aufs Boot. Was sein muss, das muss sein. Auch Ed Mottas Motto.

P.S.: Ob Ed weiß, dass die Panettone (Fruchtkuchen) der Firma Motta aus der Lombardei zu den besten der Manufakturen zählen? Udo Jürgens hätte an dieser Stelle nur noch einen Satz von sich geben dürfen: „Aber bitte mit Sahne!“

Text
Dieter Ilg
Foto
Anja Grabert

Veröffentlicht am unter 101, Jazz cooks
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