Anke Helfrich

Blog? Bis vor ein paar Jahren hätte ich das Wort eher mit Blockschokolade, Blockbuster, oder Blocksberg in Verbindung gebracht! Inzwischen weiß ich, dass es Fachblogs, Funblogs, Reiseblogs, Litblogs, Edublogs und Blog thing gibt… und heute sitze ich hier und schreibe meinen ersten Blog!

Mmh, wo fange ich an… vielleicht mit Block A der Eppelheimer Rhein-Neckar-Halle, wo ich gestern Abend meinen Platz einnahm, um Helge Schneider & „Band“ zu hören!? Es war ein äußerst lustiger, kurzweiliger Abend in einer Turnhalle mit DDR-Flair (das Ganze sollte ursprünglich in der Heidelberger Stadthalle stattfinden, die aber nicht alle Fans hätte beherbergen können) und einem bestens aufgelegten H. Schneider. Er begann mit „Ach wie schön, jetzt kommt der Reim, ich fahr‘ so gern nach Eppelheim“, erklärte, „Eppelheim“ käme von „Errrr-lebnis“ („abgeleitet von einem Dialekt aus dem 14. Jahrhundert“ – nach der halbstündigen Parkplatzsuche im angrenzenden Wohngebiet war klar, was er meinte!), mokierte sich über die Bandenwerbung der Turnhalle, auf der u.a. „Morsch – Installationen“ zu lesen war, und ließ den langhaarigen, langbärtigen, dünnen Herrn Gleithmann in langen Unterhosen, orangefarbenen Socken und Ballettschläppchen den Meisenmann, die Katze und andere Liedtexte pantomimisch darstellen. Der Bassist, ein (im wahrsten Sinne des Wortes) alter Freund und Hobbymusiker in Rente, wurde extra für die Tour aus Australien eingeflogen und Bodo, ein Mann in Zirkusdirektorkostüm, servierte ihm von Zeit zu Zeit Tee auf einem Tablett (welcher laut Helge nach „Nussschalen und Nebenrüben“ schmeckte und also eine Teemischung darstellte) oder trommelte (wie auch S. Gleithmann) planlos auf einem Bongosortiment herum!

Wahnsinn, dachte ich… dieser Helge Schneider ist nicht nur originell, witzig, kreativ und musikalisch, er hat auch eine soziale Ader! Natürlich hat er auch Profimusiker um sich versammelt, und wahrscheinlich wäre es lange nicht so komisch, wenn wirklich alle Bandmitglieder ihr Instrument beherschten… aber dass er seinen alten Kumpels die Treue hält und somit auch für ihr Einkommen sorgt, ist toll! Ein leuchtendes Vorbild in diesen Krisenzeiten: …die Schneider-Rente!

Netterweise hatte mich Pete York, der umjubelte Drummer der „Band“, zu diesem Konzert eingeladen. Er und ich (also: er und ich und 58 weitere Musiker!) hatten uns kurz zuvor auf einer Jazzkreuzfahrt getroffen! In Spanien bzw. auf dem Mittelmeer! Bei wunderschönem Wetter hatten wir jeden Tag die Möglichkeit, eine andere Stadt oder Insel zu entdecken: Tarragona (zu müde zum Entdecken, weil seit Tagen kaum geschlafen), Palma de Mallorca (Mittagessen mit zwei einheimischen Musikern, mit denen ich im Februar gespielt hatte), Ibiza (lustige Tour durch die Stadt mit den Kollegen), Formentera (ein entspannter Tag am Strand! …Liedzitat von Helge S.: „ich war weiß, der Strand auch!“), Mahon (wunderschöne Altstadt, witzige Tafelrunde) und Barcelona (mit der Metro zu Gaudis Sagrada Familia (amerikanische Touristin zu ihrem Mann: „Waas, die verlangen Eintritt für eine Kirche, die nicht einmal fertig ist?“), Palau Güell, Las Ramblas mit den unglaublichsten Schaustellern und Trickbetrügern, Mittagessen auf dem Placa Reial – während Männer mit entblößtem Oberkörper und wildem Geschrei ungefragt Kunststücke vorführen, Ausstellung von diversen Formel-1-Rennwagen vor dem „Großen Preis von Spanien“ etc. etc.).

Dann aufs Schiff, duschen, umziehen, essen und spielen! Jeden Tag auf ingesamt drei Bühnen, mit festen Bands, aber auch neu zusammengestellten Besetzungen, Sessions bis spät in die Nacht mit „Dschäzz uff hägschtem Nivou“ (Wagner-Zitat!), wunderbare Kollegen, Witze , Anekdoten, Pfefferminztee und andere Getränke… es hätte noch ewig so weitergehen können! Jaja, mit der Musik kommt man schon rum: u.a. von Barcelona bis nach Eppelheim!!!

Bis bald, Eure Anke

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1 Kommentar zu „Mein erster Blog“

  1. Tja Anke,

    schön, dass du die Eindrücke von der Jazzcruise mit den Bloggern teilst – wenn doch nur mehr von ihnen den Sprung aufs Schiff schaffen würden – dann hätte diese tolle Erfahrung auch in der Krise Zukunft. Vielleicht hätten wir doch Helge mitnehmen sollen, nach dem Motto „Rock the Boat, Babyyyyyy“ – So long!

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