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Lisa Bassenge

AAAAAH! Ich muss ja noch den BLOG schreiben. Oh Gott. Oder wie man jetzt auf facebook schreiben würde: OMG. Diese Abkürzungen sind doch genial, oder? Was passiert denn gerade so jazzmäßig bei mir? Geneigter Leser, da kann ich nur frank und frei antworten: Nüscht, nüscht und wieder nüscht. Ich mach grad Avantgarde-Musik für ein Theaterstück, lege auf der Fashion Week Motown auf, schreibe einen Country-Song nach dem anderen auf Deutsch für die neue Platte und höre zu Hause Claudio Arrau und das London Philharmonic Orchestra.

Letztens bekam ich einen Anruf von einem Veranstalter aus Berlin, der fragte, ob es mir recht sei, wenn er seine Veranstaltung von „friday night, jazz du jour“ in „black friday“ umbenennen würde, da der Jazz doch mittlerweile so einen spießigen und überholten Beigeschmack hätte, das würde doch kein Schwein mehr hinterm Ofen vorlocken. Tja. Und ich so: „Mir egal.“ Aber dann bin ich doch etwas ins Grübeln gekommen.

Und was mache ich üblicherweise, wenn ich ins Grübeln komme? Genau: Ich rufe Paul an.

„Ja?“
„Hey Paul, hast du gut geschlafen?“
„Ehrlich gesagt: noch.“
„Ah.“ (Ich übergehe das einfach, man kann doch nicht den ganzen Tag pennen, ist ja immerhin schon neun Uhr morgens.)
„Also, ich schreib da grad diesen Blog und hab drüber nachgedacht, warum Jazz als spießig und überholt gilt. Was denkst du denn?“
„Na ja, zuerst mal solltest du dir überlegen, was du eigentlich sagen willst…“
„Das weiß ich ja auch nicht. deswegen rufe ich dich ja an. Ich kann doch keinen Jazzblog schreiben mit so ‚ner Einleitung, dann denken die Leute ja, ich hasse Jazz.
Was ist überhaupt Jazz?“
„Hm… also für mich ist Jazz eigentlich, wenn improvisiert wird, also das Moment der Improvisation.“
„Na ja, dann ist das, was wir machen, eigentlich kein Jazz, oder? Warum werd‘ ich eigentlich immer als Jazzsängerin bezeichnet?“
„Schreib doch: Ich würde meine Musik als Jazz bezeichnen, weil Jazzmusiker dabei sind.“
„Oh Mann, du bist mir ja eine große Hilfe. Überhaupt ist das Thema zu vielschichtig, um es in 2.000 Zeichen abzuhandeln, wie soll das gehen? These: Jazz ist spießig. Antithese: Hör dir mal Coltrane an. Synthese: Jazz ist gar nicht so spießig, wie man glauben könnte? Ach nee, ich schreib lieber über was anderes. Ist doch auch wurscht, in welche Schublade man Musik packt, Hauptsache, sie macht Spaß.“
„Da hast Du recht“, sagt Paul, „aber ich muss noch mal ’ne Runde schlummern und wenn ich aufgewacht bin, dann latschen wir durch den Schnee, okay?“
„Ist gut.“

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1 Kommentar zu „Ein morgendliches Telefonat“

  1. Extremst fies. Letztens von Sibylle Berg gelesen: „Was war eigentlich zuerst da, der Jazz oder die hässlichen Männer die ihn hören?“

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