Regensburg: Sparks & Visions@5

Die Regensburger Konzertagentin Anastasia Wolkenstein machte sich wohl auch darüber Gedanken, als sie das Konzept für die erste Ausgabe ihres Jazzfestivals Sparks & Visions plante. Anlass war der Wunsch der Stadt Regensburg, diese Zeit im Jahr touristisch attraktiver zu gestalten. Schnell kam Wolkenstein auf das klassizistische Dreirangtheater am Bismarckplatz inmitten dieser UNESCO-Welterbestadt in Ostbayern. Zudem kuratierte sie für die Premiere Ende Januar 2023 ein Programm, das Besucher:innenen gleichermaßen herausforderte wie unterhielt – zum Beispiel mit der Pianistin Julia Hülsmann, dem Trio Enemy oder dem DJ Kamaal Williams.
2027 findet Sparks & Visions zum fünften Mal statt, vom 15. bis 17. Januar. Spielort ist auch diesmal wieder das Theater, das im Frühjahr 2026 zum Staatstheater ernannt worden war. Für das Festival ändert sich damit allenfalls der institutionelle Rahmen, die hervorragende Akustik und die Nähe zwischen Musiker:innen und Publikum bleiben. Für das kleine Jubiläum sind also die Weichen gestellt: 32 Musiker:innen aus 13 Ländern werden acht Konzerte an zwei Abenden und einem Vormittag geben. Zufällig wird das Programm von einer thematischen Klammer zusammengehalten. So wie der Eröffnungsabend sich auf Johann Sebastian Bach fokussiert, so kehrt beim Matineekonzert am Schluss das Werk dieses Barockkomponisten zurück auf die Bühne. Tamar Halperin und Guy Sternberg lassen Cembalo und Flügel mit dezenter Live-Elektronik verschmelzen und bringen barocke Formstrenge mit Werken von Cage, Satie, Corea in Einklang, während für Vincent Peirani und François Salque mit Akkordeon und Cello Bach Startpunkt für eine imaginäre Reise von Mendelssohn über Villa-Lobos bis Mehldau ist.
Dann noch im Programm: folkloristischer Jazz mit dem Sextett Blodeugerd um den walisischen Trompeter Tomos Williams und Nano-Funk mit Nik Bärtsch’s Ronin aus der Schweiz; World-Jazz mit dem Trio des tunesischen Pianisten Wajdi Riahi und einem kollektiven Bandsound mit Superposition um den Schlagzeuger Olavi Louhivuori aus Finnland; ein Genre-offenes Setting zwischen R&B, HipHop und Jazz von SALOMEA aus Köln und eine kammermusikalisch improvisierte Mixtur „For Voices and Strings“ des Sextetts um den Schlagzeuger Guy Salamon am Sonntagvormittag. Und auch in der fünften Ausgabe will der Künstler Karl Iaro mit seinen gläsernen Mobiles über dem Bühnenboden Publikum und Musiker:innen verzaubern.
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