MacArthur Fellow: Immanuel Wilkins

Immanuel WilkinsImmanuel WilkinsGerade hat die US-amerikanische „MacArthur Foundation“ den nächsten Jahrgang mit ihren „Fellows“ bekannt gegeben. Mit diesen auch als „Genius Grants“ bezeichneten Stipendien werden jedes Jahr Wissenschaftler:innen, Künstler/-innen, Schriftsteller:innen, Komponist:innnen und Musiker:innen ausgezeichnet, die Besonderes in ihrem Fach geleistet haben. 800.000 US-Dollar stellt man für jede und jeden der Stipendiat:innen bereit, die vierteljährlich über einen Zeitraum von fünf Jahren ausgezahlt werden. Natürlich kamen immer wieder auch US-Jazzmusiker:innen in den Genuss dieser ungewöhnlichen Förderung – wie zum Beispiel die Sängerin Cécile McLorin Salvant 2020, die Cellistin Tomeka Reid 2022 und zuletzt der Pianist Craig Taborn 2025. Und von diesem Jahr an kann sich auch der Saxofonist Immanuel Wilkins „MacArthur Fellow“ nennen.

Wilkins wurde 1997 geboren und wuchs in der Nähe von Philadelphia auf. Über den Kirchenchor kam er als Kind in Berührung mit Jazz und fing an, Saxofon zu spielen. 2015 ging er nach New York, um an der renommierten Julliard School zu studieren. Dort gründete er auch sein Quartett (unter anderem mit dem Pianisten Micah Thomas), mit dem er 2020 sein Debüt „Omega“ (Blue Note/Universal) veröffentlichte. Zudem war er Mitglied in der Band Good Vibes des Vibrafonisten Joel Ross, und spielte als Sideman unter anderem mit dem Schlagzeuger Jonathan Blake, der Posaunistin Kalia Vandever oder der Gitarristin Mary Halvorson. 2026 erschien auf Blue Note Wilkins’ Tripplealbum „Live at the Village Vanguard”, das der Saxofonist mit seinem Quartett live vor Publikum in diesem New Yorker Club aufgenommen hatte.

„Als Instrumentalist zeichnet sich Wilkins sowohl in kompositorischen als auch in improvisatorischen Kontexten durch makellose technische Beherrschung und einen klaren, selbstbewussten Klang aus“, heißt es in der Begründung. „Oft strukturiert er seine mehrteiligen Kompositionen als emotionale Spannungsbögen, die von historischen Ereignissen inspiriert sind, deren Nachhall bis in die Gegenwart reicht.“ Im Gespräch mit der „MacArthur Foundation“ sagt Wilkins, dass er Musik auch darüber schreibe, wie Menschen miteinander umgingen: „Was ich in meiner musikalischen Praxis generell zu erschaffen versuche, ist, Spannung und Nähe zwischen Erhabenem und Groteskem herzustellen. Ich denke, dass der Blues der Ausdruck dafür ist, wie diese Zuschreibungen klingen.“

Weiterführende Links
„MacArthur Fellowship 2026“

Text
Martin Laurentius
Foto
MacArthur Foundation

Veröffentlicht am unter News

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