RIP: Zélia Fonseca

Als ich, Stefan Franzen, Mitte der 1990er im Jazzhaus Freiburg ein Konzert mit dem Duo organisierte, öffnete mir das den Kosmos brasilianischer Klänge erstmals über Samba und Bossa Nova hinaus – ein prägendes Erlebnis. Zwischen 1997 und 2004 veröffentlichten Rosanna & Zélia vier Alben in ihrer einzigartigen, oft lautmalerisch-lyrischen Klangsprache. Pina Bausch verwendete für ihr Ballet „Água“ das Stück „Lady Multimelancólica“, mit dem DJ Ian Pooley landeten sie den Hit „Coração Tambor“. 2006 sorgte der frühe Tod von Rosanna Tavares für einen tiefen Einschnitt in der künstlerischen Vita Fonsecas. Zu dieser Zeit durfte ich sie auch als kompetente und warmherzige Jury-Kollegin beim creole Wettbewerb kennenlernen.
Fonseca fand die Kraft für einen neuen Anlauf und startete mit dem Album „Impar“ 2011 eine Solokarriere. Während dieser setzte sie weiter auf Individualität, auf feine Poesie, leise Zwischentöne und delikate Arrangements, die Melancholie mit Erdigkeit, satte, perkussive Grooves mit weicher Transparenz verbanden. Auf insgesamt fünf CDs verfeinerte Fonseca ihre Musik. Sie teilte sich Bühne und Studio mit John McLaughlin und George Benson genauso wie mit DJ Shantel oder Katharina Franck von den Rainbirds, überwand Grenzen zwischen MPB, Jazz und Worldmusic, schrieb zudem Texte für Theaterstücke und Gedichte. Mit ihr geht eine schöpferische Seele, die Brasilien und Deutschland auf einzigartige Weise näher aneinandergerückt hat.
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Zélia Fonseca






