Norwegen: PUNKT@22

Erland DahlenErland DahlenZum 22. Mal findet im südnorwegischen Kristiansand vom 3. bis 5. September das PUNKT Festival statt. Gegründet wurde es 2005 von den beiden DJs und Produzenten Jan Bang und Erik Honoré, die damit eine Plattform installieren wollten, auf der sich eine junge Szene von Improvisationskünstler:innen ausprobieren konnte. Integraler Bestandteil des Festivalkonzepts war damals schon, dass das Gros der Konzerte oben im Saal des Theaters von Kristiansand direkt im Anschluss eine Remixbearbeitung unten im Keller erfuhr – live vor Publikum. Damals war es schon spannend zu hören, wie die Musik hinterher im Keller in einer komplett anderen Fassung erklang. Die Live-Remixe durch DJs unterschiedlicher ästhetischer Provenienz waren weniger Interpretation als Neuerfindung der zuvor gehörten Musik.

Das PUNKT Festival 2026 beginnt mit einem Soloauftritt des norwegischen Schlagzeugers Erland Dahlen, gefolgt von der äthiopischen Sängerin Eténèsh Wassié , deren Musik auf der Azmari-Vokaltradition basiert und die seit geraumer Zeit für ihre intensive Kontrastierung von äthiopischem Gesang, Free Jazz und kammermusikalischer Abstraktion gefeiert wird. Im Anschluss daran folgt ein Duo-Auftritt mit Nils Petter Molvær und Daniel Herskedal: zwei norwegische Blechbläser mit Tiefe und Resonanz. Ein Highlight könnte das Konzert von Jan Bang werden, der mit der Musik seines anstehenden neuen Albums „Alighting“ erst live auf der Bühne im Theater zu hören ist, bevor sein Buddy Erik Honoré diese im Keller remixt. Ein weiterer Höhepunkt verspricht das Zusammentreffen dreier Generationen des norwegischen Jazz: mit Bugge Wesseltoft, Arild Andersen und Gard Nilssen.

Auf der Live-Remix-Seite finden sich unter anderem Acts wie die Sängerin und Komponistin Ingri Jordahl oder der Produzent Doglover95, während der Remix von Bugge Wesseltofts New Conception of Jazz zum Festivalabschluss von Wesseltoft selbst in Kooperation mit Ingebrigt Håker Flaten und Anders Engen verantwortet wird. Auch dieses Jahr gibt es das PUNKT-Seminar, das wieder von David Toop verantwortet wird. Der britische Komponist und Autor bringt verschiedene Künstler:innen zusammen, die mit Improvisation und erweiterten Formen des Hörens experimentieren und deren künstlerische Praxis durch Elektronik, Field-Recordings, audiovisuelle Collagen und elektroakustische Performances bestimmt wird.

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PUNKT Festival

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Martin Laurentius
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Bezau Beatz 2026