Essen: PENG@10

SO SORRYSO SORRY2016 gründeten sieben Sängerinnen, allesamt Allumni der Jazzabteilung an der Folkwang Universität der Künste in Essen, das PENG-Kollektiv. Anlass für die Gründung war, Flinta*-Personen ein Podium zu geben, die ansonsten auf den Bühnen von Festivals und Spielstätten unterrepräsentiert waren. Gleich das erste PENG Festival im Maschinenhaus der Zeche Carl ließ hörbar werden, wie ein solches Vorhaben realisiert werden könnte: An zwei Abenden kam eine Musik auf die Bühne, die stilistisch zwischen Avantgarde und Mainstream-Jazz changierte, keine Scheu vor populären Strömungen hatte und ästhetisch vielfältig und divers klang. An ihrem Vorhaben und auch ihrer politischen Haltung hat sich bei den PENG-Kollektivistinnen nichts geändert. Nur betrachten Barbara Barth, Marie Daniels, Maika Küster und Mara Minjoli die Benachteiligung von Flinta*-Personen mittlerweile nicht mehr singulär als Beispiel von Machtmissbrauch. „Ob patriarchale, rassistische, ökonomische oder andere Strukturen der Herrschaft“, sind die Kollektivistinnen überzeugt: „Sie schränken uns alle in unserer Freiheit ein und sabotieren eine soziale, eine demokratische Zukunft.“

Am ersten Oktoberwochenende vom 2. bis 4. Oktober feiert das Kollektiv seinen zehnten Geburtstag mit dem nächsten Festival. Dabei bleibt man eher unprätentiös und konzentriert sich auf das Wesentliche: ein Musikprogramm auf die Bühne im Maschinenhaus zu bringen, das gleichermaßen den eigenen Ansprüchen genügt, wie es auch die politische Haltung offenlegt. Zum Geburtstag hat man sich und der Jazzabteilung der Folkwang Universität ein Geschenk gemacht. Mit einem „Open Call“ hat man Studierende aufgefordert, sich mit ihren Bands und Projekten für einen Auftritt beim zehnten Festival zu bewerben. Das Quintett Ruji um die Trompeterin Luzie Micha hat dabei das Rennen gemacht und eröffnet nun das PENG-Festival 2026.

Das Trio SVM 3 um die in Moskau geborene Pianistin Svetlana Marinchenko zeigt, wie modern und inspiriert sich mit der Tradition des Jazzpiano-Trios heutzutage umspringen lässt. Ein anderer Höhepunkt im Programm könnte „A Labour of Love“ um die Sängerin Zola Mennenöh werden. Und ein drittes Highlight verspricht das generationsüberbrückende Duo mit der Pianistin Aki Takase und der Violinistin Fabiana Striffler zu werden. Die stilistisch entgrenzte Musik von SO SORRY leitet passend über in die Geburtstagsparty, mit der die Samstagnacht zum Tag wird. Der Sonntag ist dann einem Workshop vorbehalten, mit dem die Moderatorin und Aktivistin Sara Hassan den Teilnehmer:innen ein „Red Flag System“ zum Erkennen von Mustern von Machtmissbrauch in Kunst und Kultur an die Hand zu geben versucht.

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PENG-Festival

Text
Martin Laurentius
Foto
Karline Johanning

Veröffentlicht am unter News

Bezau Beatz 2026