Alles andere als zurückhaltend eröffnet Simon Moullier sein mittlerweile sechstes Album „Ceiba“. Er hat schließlich auch keinen Grund dazu: Schon von Quincy Jones als einer der besten Vibes-Spieler aller Zeiten ausgezeichnet, scheint die Jazzwelt gerade nur auf seine Stimme gewartet zu haben. Mit packender Energie prescht Moullier mit seinem Quartett voran und zeigt in den ausschließlich eigenen Werken nicht nur seine Fähigkeit als Komponist, sondern auch als Arrangeur. Mit beinahe architektonischer Präzision wirkt jede Stimme durchdacht, kein Detail steht isoliert, sondern fügt sich organisch in den größeren musikalischen Bogen ein. Vor allem lernt man Moullier als Künstler kennen, einen Poeten am Instrument, der mit seinem Vibrafon Geschichten erzählt, Stimmungen formt und Emotionen greifbar macht. Seine Ausdruckskraft geht weit über technische Brillanz hinaus – sie besitzt Tiefe und Charakter.
Text
Paula Rösner
Ausgabe
, Jazz thing 164
Veröffentlicht am 13. Aug 2026 um 07:57 Uhr unter Reviews