Man sollte seine Grenzen nicht zu weit überschreiten, schreibt der Pianist Klaus Koenig in den Liner Notes zu diesem Album, dem wohl letzten seines Quintetts Seven Things. Was sich für einen Jazzmusiker erst einmal merkwürdig anhören mag, ergibt mehr und mehr Sinn, wenn man hört, wie Koenig und seine Musiker – Trompeter Daniel Schenker und Altist Christoph Merki bilden die Front Line, Bassist Patrick Sommer und Schlagzeuger Andi Wettstein die Rhythm Section – ihre Musik angehen, und wenn man liest, von wem sich Koenig in seiner langen Karriere inspirieren ließ. Denn neben Jazzgiganten wie Charlie Parker und Cecil Taylor gehören für ihn auch Caterina Valente und Barbra Streisand dazu: Valente hat einst mit Chet Baker „I’ll Remember April“ eingespielt und die Streisand verströmt auf jeder ihrer Platten Jazzfeeling. Wer sich daran erinnern möchte, dass Peter Bogdanovich (heute bekannt für die Rolle eines Psychiaters in den „Sopranos“) einst einer der besten Filmregisseure der Welt war, sollte mal wieder „Is‘ was, Doc?“ mit der Streisand in der Hauptrolle schauen.
Text
Rolf Thomas
Ausgabe
, Jazz thing 164
Veröffentlicht am 18. Jun 2026 um 07:57 Uhr unter Reviews