Nach der großartigen Einspielung „Tokyo“ mit Scott Colley und Brian Blade (Platz 2 der Jazz-thing-Mitarbeiter/-innen-Charts 2025) zeigt der österreichische Gitarrist Wolfgang Muthspiel, wie knackig ein Trio auch ohne Bass und Schlagzeug klingen kann. Sicher: Auf dem ersten gemeinsamen Album mit dem Schweizer Pianisten Colin Vallon und Muthspiels Landsmann Mario Rom an der Trompete gibt es viele Momente voller Feinstofflichkeit wie etwa in der Klassik-Folkpop-Melange „Guacho Schubert“ oder der schwermütig-americanahaften Ballade „Might This Be The End“. Dennoch verlieren sich Vallon, Rom und Muthspiel an akustischer und halbakustischer Gitarre niemals im Ätherischen: Stücke wie „Atlas“, „Lionel“ oder die „Etude Nr 11.5″ leben von handfesten Grooves und komplex verzwirbelten Unisoni. Wunderschöne Kammermusik mit einer gewissen Bissfestigkeit.
Text
Josef Engels
Ausgabe
, Jazz thing 164
Veröffentlicht am 25. Jun 2026 um 07:58 Uhr unter Reviews