Hamburg: Miles-Davis-Jazzfilmtag

COOL - Miles-Davis-JazzfilmtagCOOL – MIles-Davis-JazzfilmtagAm 26. Mai wäre Miles Davis 100 Jahre alt geworden. Der Trompeter und Bandleader (1926–1991) war ein bedeutender Künstler des 20. Jahrhunderts, der sich zeitlebens rühmte, den Jazz mehrmals grundlegend erneuert zu haben. Davis hat zeitlebens Eindruck gemacht: bei den Musiker/-innen und in der Musikindustrie, bei den Journalist/-innen, den Veranstalter/-innen und beim Publikum sowieso. Es war seine Coolness und diese Aura des Unnahbaren, die einen gleichermaßen faszinieren wie irritieren konnten. Für ihn war Musikmachen stets ein Gemeinschaftswerk, seine Musik wurde oftmals dann zum Kunstwerk, wenn er sie mit anderen auf der Bühne oder im Studio in Szene setzen konnte. Mit dem Ergebnis, dass er als Trompeter und Bandleader gleichfalls zu glänzen wusste.

Das UNERHÖRT! Musikfilmfestival Hamburg zeigt am 17. April im Metropolis Kino in Hamburg mit „COOL – Ein Miles-Davis-Jazzfilmtag “ drei Filme, in denen Davis und seine Musik im Zentrum stehen. Den Anfang macht das Biopic „Miles Ahead“, das sich zwei Tage im Leben des Jazztrompeters vornimmt, gespielt von Don Cheadle. Seit Mitte der 1970er lebt Miles zurückgezogen in New York, wo er versucht, mit Drogen seine chronischen Schmerzen und die Erinnerungen an seine Muse und einstige Ehefrau Frances Taylor zu unterdrücken. Ein Album hat er seit Jahren nicht mehr zustande gebracht. Doch dann gibt es das Gerücht, er habe neue Stücke aufgenommen. Der Musikjournalist Dave Braden wittert eine Story und will ein Interview mit Davis machen. Die Begegnung verläuft dramatisch.

Weiter geht es mit der Filmdoku „Miles Davis – Birth of The Cool“, mit der der Regisseur Stanley Nelsons einen Einblick in das Besondere dieses (durchaus nicht unumstrittenen) afroamerikanischen Musikers zu geben versucht. Zum Schluss wird das Spielfilm-Debüt des französischen Regisseurs Louis Malle von 1958, „Ascenseur pour L’Échafaud“, gezeigt, mit Jeanne Moreau in der Hauptrolle und dem von Davis und Band in nur einer Nacht improvisierten Soundtrack. Im Rahmenprogramm treten das Trio Rückert Hughes Popple und DJ Round Table auf: mit Jazz von Bebop bis Dancefloor. Und der Hamburger Journalist Stefan Hentz, dessen Buch „Miles Davis. Sound eines Lebens“ kürzlich bei Reclam erschienen ist, gibt einen Überblick über entscheidende Stationen in der künstlerischen Vita und musikalischen Ästhetik des Trompeters, zudem stellt er die drei Filme vor.

Weiterführende Links
„COOL – Ein Miles-Davis-Jazzfilmtag“

Text
Martin Laurentius

Veröffentlicht am unter News

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