Tomaka ReidSeit 2012 vergibt die US-amerikanische „Doris Duke Foundation“ ihre „Doris Duke Artist Awards“, die mit 525.000 US-Dollar für jede Gewinnerin und jeden Gewinner aus den Bereichen zeitgenössischer Tanz, Jazz und Theater dotiert sind. Diese Auszeichnung ist einmalig in ihrer Fixierung von Rahmenbedingungen, die es den Künstler/-innen erlaubt, ihr kreatives Potenzial komplett entfalten zu können. Die Preisträger/-innen dürfen das Preisgeld frei nach eigenen Vorstellungen verwenden, auch gibt es bis zu 25.000 US-Dollar für eine individuelle Altersvorsorge oben drauf. Zudem kommen die Gewinner/-innen mit anderen „Doris Duke Artists“ zusammen, wenn sich jährlich bei Symposien ehemalige und aktuelle Preisträger/-innen treffen. „Der Preis ist mehr als eine Auszeichnung“, so der Geschäftsführer der „Doris Duke Foundation“, Sam Gill, „er ist eine Plattform, um für die Zukunft aller Künstler/-innen zu kämpfen.“
Kürzlich hat die Stiftung ihre diesjährigen Gewinner/-innen bekannt gegeben. Neben der Tänzerin Allison Orr und den beiden Theatermacherinnen Aleshea Harris und Yara Travieso gehören auch drei Jazzkünstler/-innen dazu. Da ist zum einen der Chicagoer Schlagzeuger und Produzent Makaya McCraven, der ad hoc auf der Bühne Live-Jazz akribisch bearbeitet und in vielschichtige Klanglandschaften umwandelt. Da ist zum anderen die New Yorker Drummerin, Produzentin und DJ Val Jeanty alias Val-Inc, die die Voodoo-Kultur ihres Heimatlandes Haiti in eine eigene Sprache aus Rhythmus, Ritual und Experiment übersetzt. Und zu guter Letzt ist da die Chicagoer Cellistin Tomeka Reid, die in der Regel die jazzmusikalische Avantgarde zwischen Komposition und Improvisation auslotet.