Human Being Human & Chris Cheek

Being

April/Indigo

Human Being Human & Chris Cheek – Being (Cover)Philosophie in Noten. Was bedeutet es, Mensch zu sein? Wie verantwortungsvoll gehen wir mit der Fähigkeit um, Entscheidungen zu treffen, die nicht nur für uns, sondern für die Welt um uns herum von Bedeutung sein können? Und können wir überhaupt ermessen, welchen Schaden Menschen dem Planeten zufügen? Auf Fragen wie diese findet natürlich auch ein ausdrucksstarkes Trio wie Human Being Human keine befriedigenden Antworten. Aber wenn ein eleganter, lyrisch versierter Saxofonist wie der Amerikaner Chris Cheek dabei den Federkiel führt, dann erlangen die dabei entwickelten musikalischen Gedanken wenigstens eine dringliche Relevanz. Einen Akt der Menschlichkeit wollen der Bassist Torben Bjørnskov, der Pianist Esben Tjalve und der Schlagzeuger Frederik Bülow mit „Being“ generieren, und dies gelingt ihnen tatsächlich. Titel wie „Human Rights“, „Human Impact“, „Human Spirits“ oder „Human Instinct“ mögen vielleicht eingänglich klingen, verankern sich aber ganz tief im Langzeitgedächtnis. Das liegt vor allem an Cheek, dessen warmer, nahbarer Ton eine Ballade wie „Being“ im Duo mit Bjørnskov zu einem wirklich bemerkenswerten Moment erhebt.

Text
Reinhard Köchl
, Jazz thing 162

Veröffentlicht am unter Reviews

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