Mit dem Jazz habe er abgeschlossen, jetzt mache er nur noch Musik, die auch seinem Rabbi gefalle, hat der in Jerusalem lebende Bassist Yosef Gutman dem Deutschlandfunk mal in einem Gespräch anvertraut. Selbstverständlich mit einem Lachen, denn natürlich sind die filigranen Umarbeitungen alter chassidischer Melodien durchwirkt von dem improvisatorischen Geist, den Gutman als Berklee-Absolvent und langjähriger Teil der New Yorker Jazzszene neben seinem orthodoxen Glauben tief in sich trägt. Wie schon beim Vorgänger „The World And Its People“ lassen Pianist Omri Mor, Cellist Yoed Nir und Gitarrist Tal Yahalom die Stücke sehnsuchtsvoll zwischen Folk, Neoklassik, Bluegrass und Pop pilgern. Als neues Element bringt der Perkussionist Itamar Doari neben handfesten Grooves die Erfahrungen eines dreijährigen Indienaufenthalts in die Mischung ein. Diese Musik berührt und bewegt nicht nur Rabbis.
Text
Josef Engels
Ausgabe
, Jazz thing 162
Veröffentlicht am 26. Feb 2026 um 07:58 Uhr unter Reviews