Der südafrikanische Bassist und Komponist Vimbs Mavimbs ist bereits seit zwei Jahrzehnten ein gefragter Sessionmusiker und Sideman. Mit seinem Debüt als Bandlader hat er sich aber bislang zurückgehalten. Daher nun der überaus autobiografische Albumtitel „Late Bloomer“. Allerdings hat er sich seit seinen Anfängen mit derart viel spielerischem und kompositorischem Fokus vollgesogen, dass er jetzt sofort in die Vollen gehen kann. Mavimbs verfolgt einen ähnlich omnipotenten Ansatz wie zum Beispiel Kamasi Washington. In seinen Kompositionen liegt eine ausgeprägte Hymnik verborgen, die nur in wenigen Fällen die südafrikanischen Wurzeln erkennen lässt. Stattdessen strahlt er eher eine global anmutende Gelassenheit aus. Sein Spiel auf dem Bass erinnert ein wenig an die singenden Soli eines Henri Texier. Er gibt von allem genau, was es braucht. Dass er auf seinem Debüt trotzdem in mancher Hinsicht zu viel auf einmal will, kann man ihm den Umständen entsprechend nachsehen. Aber wozu auch vorschnelle Entscheidungen treffen? Das kann er sich ja in 20 Jahren für sein zweites Album aufheben.
Text
Wolf Kampmann
Ausgabe
, Jazz thing 165
Veröffentlicht am 24. Sep 2026 um 07:58 Uhr unter Reviews