SWR NEWJazz Meeting: Camila Nebbia

Kürzlich gab die SWR-Jazzredaktion die diesjährige künstlerische Leiterin bekannt: die argentinische, in Berlin lebende Saxofonistin, Komponistin und Videokünstlerin Camila Nebbia. 1987 in der Buenos Aires geboren, studierte Nebbia klassisches und Jazzsaxofon und entdeckte die Musik des Free-Jazz-Pioniers Ornette Coleman ebenso wie Aufnahmen ihres Landsmannes Gato Barbieri. 2020 zog sie nach Europa, wo sie sich mit zeitgenössischer Performancekunst und elektronischer Musik beschäftigte, bevor sie 2022 nach Berlin zog, wo sie Teil der internationalen Improv-Szene wurde. Ihre Musik ist oftmals radikal im Ausdruck, sie erstreckt sich dynamisch weit von eruptiven, lauten Passagen bis hinab zu leisen, fast unhörbaren Momenten. Aller Geräuschhaftigkeit in ihrem Spiel auf dem Tenorsaxofon zum Trotz besitzt ihr Sound stets einen melodischen Duktus. Auslöser für ihr Schaffen sind gerne Gedichte unterschiedlicher Lyriker:innen, in ihrer Musik setzt sie sich oftmals mit Themen wie Identitätssuche in der Diaspora auseinander, ihre Konzerte inszeniert sie auch als audiovisuelle Aufführungen, deren Klang- und Bildebenen gleichermaßen aufeinander reagieren wie sie sich kontrastieren.
So will Nebbia auch ihr SWR NEWJazz Meeting anlegen. Mit einem international besetzten Quintett (unter anderem mit der Pianistin Marta Warelis und der Harfenistin Kathrin Pechlof) wird sie zusammen mit dem Visual-Artist Andro Manzoni ihre Komposition „only the stones along the path told me the truth of reality“ vom 5. bis 9. Oktober im SWR-Studio Freiburg als ein Werk über Vergänglichkeit und Migration einstudieren. Seine Premiere hat Nebbias Stück dann am 10. Oktober im Rahmen von Enjoy Jazz im Kulturzentrum dasHaus in Ludwigshafen, eine weitere Aufführung gibt es am 11. Oktober in der Manufaktur in Schorndorf.
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