Pur: Das ist das Reine – als Utopie dessen, was sein könnte. Und doch gibt es sie noch, die Weite auf einem Berggipfel, das erste Grün, ein Sommermorgen. „Pure Land“ hat der Schweizer Pianist Daniel Hernandez sein Soloalbum betitelt. Mit introspektiven Kompositionen entwirft der 29-jährige Künstler, der im Alter von sieben Jahren mit einer klassischen Klavierausbildung begann, eine weite Landschaft, durch die er hindurchschreitet wie Schubert in Goethes „Wanderers Nachtlied“. Dabei entstehen melodische Verläufe, die, wie im Eröffnungs- und Titelstück des Albums, in hymnischer Erhabenheit die überwältigende Schönheit der Natur beschreiben oder eine kongeniale Hommage an Bill Evans und dessen solistisches Meisterwerk „Nardis“ von Miles Davis bilden. Kunstvoll und virtuos.
Text
Maxi Broecking
Ausgabe
, Jazz thing 165
Veröffentlicht am 14. Sep 2026 um 07:59 Uhr unter Reviews