Kenny Wheeler / Norma Winstone / London Vocal Project – Mirrors (Cover)Stevie Smith, W.B. Yeats und Lewis Carroll: Kenny Wheeler vertont Literatur. Das hat er Ende der 1960er schon mal gemacht, mit Cervantes‘ Don Quijote, damals komponierte er ausschließlich wortlose Stücke für Instrumente im Orchester. Nun lässt der 82-Jährige nicht nur Norma Winstone alte Verse singen, sondern hat auch gleich für die 24 Stimmen des beeindruckenden London Vocal Project komponiert. Im Londoner Vortex stellte Wheeler die imposante Suite „Mirrors“ zum ersten Mal live vor – vor vier Jahren –, 2011 war dann eine weitere Inszenierung in London zu erleben. Nun also die geschliffene Version als schillernde Konserve, wo der Komponist vom Sologesang im lustigen „The Hat“ bis zum durchkomponierten Unisonochor in „Black March“, der wie ein Widerspruch aus strenger Deklination und improvisiertem Scat klingt, alle möglichen Gesangsfacetten zur Entfaltung bringt, natürlich selber das Flügelhorn spielt und mit Nikki Iles am Piano, Saxofonist Mark Lockheart und dem Rhythmusduo Steve Watts (Bass) und James Maddren (Drums) die unterschiedlichen Schattierungen der Suite betont. Dass es bei „Tweedledum“ heiter zugeht, ist garantiert.

Text
Werner Griff
, Jazz thing 98

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