Jukka Haavisto

Reflections

(Eclipse Music/Galileo MC)

Jukka Haavisto – Reflections (Cover)Das Album heißt „Reflections“, und so wundert es wenig, dass es von Erinnerungsstrukturen durchzogen ist. Allerdings hat der finnische Fretless-E-Bassist Jukka Haavisto eine pfiffige Freude an der Adaption der 1980er, die sich auf sein Quartett und die Hörer überträgt. Manches, was er mit Gitarrist Johannes Granroth, Keyboarder Vili Itäpelto und Schlagzeuger Severi Sorjonen anstimmt, atmet den Geist von Victor Bailey, Victor Wooten, Jaco Pastorius, man ahnt auch Jimmy Haslip im Stilportfolio, aber es macht nichts. Denn Haavistos Musik adaptiert die Klanggestalten der Vergangenheit mit verspielter Leichtigkeit, als Fusionvorlage, die mit der Lust versierter Kopisten in die Energieströme der Gegenwart geholt wird. Und da sich alle vier mit ähnlich hörbarer Begeisterung auf den perfektionistischen Studio-Jazz-Rock einlassen, ist „Reflections“ zwar irgendwie gestern, aber trotzdem sehr präsent.

Text
Ralf Dombrowski
, Jazz thing 147

Veröffentlicht am unter Reviews

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