Im vierten Repertoire ihres Klaviertrios integriert die kanadische Musikerin Gentiane MG dezent abgestufte Kontraste. Ihre Kompositionen fließen teils mehr in harmonisch und rhythmisch freien Formen, begeben sich anderswo unbefangen in den Bereich des modernen Mainstreams. Ihrem über weite Strecken in grazilen melodischen Linien, Verzierungen und einfallsreichen Harmonien gezeichneten Klavierspiel stellt sie in einigen Stücken Rhythmusbetonung, Tempo und dynamische Akzente gegenüber. Im feinsinnig aufeinander abgestimmten Trio mit Bassist Levi Dover und Schlagzeuger Mark Nelson erspielt sie sich und den Zuhörenden weite atmosphärische Räume. Die Musiker beweisen Sinn für stimmige dramaturgische Übergänge und dynamische Kontraste. Das bietet Platz für Reflexion und leise Töne, Eingängiges und Energisches.
Text
Christina M. Bauer
Ausgabe
, Jazz thing 163
Veröffentlicht am 16. Apr 2026 um 07:58 Uhr unter Reviews