Bruce Hornsby

Indigo Park

Zappo Productions/OPEN

Bruce Hornsby – Indigo Park (Cover)Mann, der traut sich was. Eigentlich hat es Altmeister Bruce Hornsby nicht mehr nötig, sich allzu weit aus dem Fenster zu lehnen. Umso sympathischer, dass er es trotzdem tut. Mit Gitarrist Blake Mills, Bassist Pino Palladino und Drummer Chris Dave mäandert er zwischen den Extremen. Da gibt es Songperlen in der amerikanischen Songwritertradition von Randy Newman und Billy Joel, Liedkompositionen, die sich der Neuen Musik annähern, und waghalsige Hybride aus HipHop und Jazz. Gäste wie Bonnie Raitt, Robert Hunter und in der seiner letzten Aufnahmen vor seinem Tod der ehemalige Grateful-Dead-Gitarrist Bob Weir fügen der ohnehin schon bunten Songmischung zusätzliche Farbtupfer hinzu. „Indigo Park“ ist kein Album, das sich einfach so nebenbei weghört. Man muss sich auf diese mutige Melange einlassen, um sie sich Song für Song zu erschließen. Doch dieses exzessiv introvertierte Album wächst bei jedem Hören wie ein Baum, der immer weiter auslädt und in seinem Ast- und Blattwerk ständig neue Formen erkennen lässt.

Text
Wolf Kampmann
, Jazz thing 163

Veröffentlicht am unter Reviews

Bezau Beatz 2026