Das britische Quartett Ahmed um den Pianisten Pat Thomas hat sich der Musik des Bassisten und Oud-Spielers Ahmed Abdul Malik verschrieben. Über die reine Werkinterpretation hinaus ging es dabei auch um die Weiterentwicklung seiner Konzepte und Philosophie: Ahmed machen Musik über die Musik ihres Namenspatrons. Nach sechs empfehlenswerten Alben widmet sich die Band nun dem Pianisten Thelonious Monk, in dessen Band Malik zeitweilig (zeitgleich mit John Coltrane) Bass spielte. Dabei wenden die Musiker ihre Ahmed-Methode nun auf Monk-Titel wie „’Round Midnight“ und „Evidence“ an. Diese werden in ihre Teilsplitter zerlegt und zu einer freien Exposition ausgewalzt, die so weit gedehnt wird wie irgend möglich, meist jenseits der 20-Minuten-Marke. „Epistrophy“ verschmilzt so mit „Bye-Ya“ und wird in einer mit sieben Minuten kurz gehaltenen Version noch einmal individuell beleuchtet. Der fast durchgehende Swing, unerbittlich wiederholte Riffs und Interplay verdichten sich zu einer Art Hard-Trance-Bop. Sowohl im Vergleich mit dem eigenen Werk wie mit dem der Berliner Monk-Exegeten ist die Doppel-CD ein brillanter Beitrag zur zeitgemäßen Traditionspflege.
Text
Eric Mandel
Ausgabe
, Jazz thing 164
Veröffentlicht am 13. Jul 2026 um 07:57 Uhr unter Reviews