Für die Vibrafonist/-innen wird es auch ein Spaß gewesen sein. Denn der New Yorker Saxofonist Ben Wendel hat vier wichtige zeitgenössische Persönlichkeiten des Instruments – Joel Ross, Simon Moulier, Patricia Brennan und Juan Diego Villalobos – für sein Album zusammengebracht und mal einzeln, stellenweise auch kombiniert spielen lassen. „BaRcoDe“ ist damit ein Experiment, das versucht, die Grenzen des harmonisch Perkussiven zu testen, dann aber auch ein Klangversuch, der Schwebungen, Schichtungen, Texturen möglichst wirkungsvoll ineinanderfließen lässt. Das ergibt einen flirrenden, manchmal gewollt unscharfen, aber pulsierenden Klangraum, den Wendel mit kräftigem Tenorton umringt und durchdringt. Die sechs Kompositionen halten die Balance zwischen Überfluss und Konzentration auf einzelne Linien und Motive, ein spannendes Experiment mit Ausdehnung und Punktuellem, Menge und Bedeutung des einzelnen Tons.
Text
Ralf Dombrowski
Ausgabe
, Jazz thing 164
Veröffentlicht am 16. Jul 2026 um 07:59 Uhr unter Reviews