Afrika BambaataaAm 9. April starb in Philadelphia Afrika Bambaataa. Der 1957 in der New Yorker Bronx geborene HipHop-Pionier hinterlässt eine gespaltene Gemeinde. Unbenommen sind seine Verdienste als musikalischer Trendsetter, der unter anderem Kraftwerks „Trans-Europa-Express“ zu transatlantischem Legendenstatus verhalf. Unbestritten sind seine Meriten als Begründer der Zulu Nation, die das Ziel hatte, Gang-Gewalt in New York durch sportlich-musikalische Konkurrenz zu verdrängen und die im Lauf der Jahre Ableger in den ganzen USA und diversen europäischen Ländern herausbildete. Für deutsche Aktivisten wie Torch oder auch WestBam war ihre Zugehörigkeit zur Zulu Nation ein wichtiger Teil ihrer Identität.
2016 trat Bambaataa jedoch von seinem Vorsitz zurück, nachdem diverse jüngere Mitglieder ihn des sexuellen Missbrauchs bezichtigt hatten. Eine Zivilklage 2021 endete mit einem Versäumnisurteil. Dass die lange Zeit einhellig respektierte Nation, der unter anderem De La Soul, KRS-1, die Jungle Brothers, Fab 5 Freddy und A Tribe Called Quest angehörten, es ihrem Anführer ermöglichte, sektenartige Strukturen aufzubauen und offenbar für jahrelangen Missbrauch zu instrumentalisieren, bleibt eine bittere Pille für die Musikwelt, die noch lange nicht verdaut ist.