Kathrin-Preis: Fabian Neubauer

Die achtköpfige Jury hob hervor, dass Neubauers „FIELD CONDITION“-Projekt „aus den durchweg exzellenten Projektvorschlägen, die präsentiert wurden, durch seine besondere Vielschichtigkeit und methodische Originalität“ herausrage. Für Neubauer bedeutet sein Stück einen musikalischen Umgang mit besonderen Bedingungen in freier Umgebung: „Ich verstehe Jazz weniger als Stilbegriff denn als Bewegung, die Räume für Eigenständigkeit innerhalb kollektiver Zusammenhänge eröffnet. Seine Relevanz liegt für mich in seiner Fähigkeit, bestehende Konventionen zu hinterfragen und neue musikalische Formen aus unterschiedlichen Einflüssen entstehen zu lassen.“ Mit einem Oktett möchte Neubauer eine Musik entwickeln, in der individuelle Entscheidungen und eigendynamische Prozesse gleichberechtigte Teile des musikalischen Geschehens sind. Ausgangspunkt ist ein Verständnis von Jazz als lebendige Praxis, mit dem bestehende musikalische und soziale Ordnungen neu verhandelt werden.
„FIELD CONDITION“ plant Neubauer gleichermaßen mit klassischen Musikinstrumenten wie mit weiteren Gerätschaften, Hilfsmitteln und Kulturtechniken. „Ich möchte mit Hilfe von Spielanordnungen, verbalem Austausch und Skizzen Situationen erzeugen“, so Neubauer, „in denen Zufall, Abweichung und Gestus wirksam werden. Mich interessiert dabei nicht das Ausführen festgelegter Abläufe, sondern das Aushandeln zwischen Individualität und kollektivem Zusammenhang. Zentral bleibt dabei eine unmittelbare, körperliche musikalische Praxis.“ Die Residenzphase läuft vom 6. bis 13. Juni 2027 in Darmstadt, Preisträgerkonzert und Preisverleihung finden dann am 12. Juni statt.
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„Kathrin-Preis“





