Dunkelheit ist auf „Dark“, dem vierten Album von Matthias Schwenglers Band Soulcrane, kein bedrohlicher Ort, sondern ein geschützter Rückzugsraum. Gemeinsam mit Philipp Brämswig an der Gitarre, Reza Askari am Bass und dem französischen Akkordeonisten Laurent Derache entwirft der Kölner Trompeter eine leise, weich gezeichnete Klangwelt voller Zwielicht und behaglicher Molltöne. Dass die Band ohne Schlagzeug auskommt, fällt kaum auf: Vor allem Brämswig übernimmt rhythmische Funktionen, zugleich tragen alle vier Musiker Verantwortung für Puls und Timing. Deraches Akkordeon erweitert das Spektrum um Farben, die von Paris und Buenos Aires bis zum Balkan reichen. Schwenglers warmes, gedämpftes Trompetenspiel verbindet diese Einflüsse mit Erinnerungen an seine Kindheit im Ruhrgebiet und an die Bergarbeiterwelt seiner Familie. So gewinnt die Dunkelheit ein inneres Leuchten: persönlich, romantisch und von erzählerischer Kraft.
Text
Martin Laurentius
Ausgabe
, Jazz thing 165
Veröffentlicht am 28. Sep 2026 um 07:58 Uhr unter Reviews