Nnenna Freelon

Beneath The Skin

Origin Records/Bertus

Nnenna Freelon – Beneath The Skin (Cover)In ihrem im vergangenen Jahr erschienenen Buch „Beneath The Skin Of Sorrow“ verarbeitete Nnenna Freelon den Tod ihres Mannes und ihrer Schwester. Mit dem Album „Beneath The Skin“ verwandelt die Sängerin ihre Trauer nun zu einem bewundernswerten Statement der Resilienz. So erklärt Freelon im angegospelten „Widow Song“ mit bluesgetränkter Weisheit, dass sie nun zwei Liebhaber habe, die Geduld und die Zeit. Im hardboppigen „Changed“ feiert sie wiederum ihre Befreiung und ihre Verwandlung, wobei ihre Stimme die tiefen Verwundungen nicht unterschlägt. Freelon beschränkt sich zudem nicht auf ihre eigenen Verluste, sondern nimmt auch die gesamte afroamerikanische Erfahrung in den Blick. Etwa in „These Stories We Hold“, einer Verbeugung vor ihrer Mutter, oder in „Oh! Susanna“. Wie sie diesem US-Klassiker die rassistischen Minstrel-Untertöne und seine johlende Schwerfälligkeit mit einem lichten pop-folkigen Arrangement austreibt, ist einfach nur stark.

Text
Josef Engels
, Jazz thing 165

Veröffentlicht am unter Reviews

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