Vijay IyerDas Big Ears Festival, das vom 1. bis 4. April 2027 in Knoxville, Tennessee, stattfindet, hat sein Line-Up veröffentlicht und beeindruckt – oder besser: erschlägt – einmal mehr durch Qualität wie Quantität. Nicht weniger als 250 Konzerte, Filme und Installationen stehen auf dem Programm. Allein sechs davon bestreitet das ewig junge Ensemble Bang On A Can, das mit seiner Residenz das eigene 40. Jubiläum begeht und aus diesem Anlass Werke von Philip Glass, Steve Reich und Ryuichi Sakamoto aufführt. Auch Saxofonist William Parker feiert in Knoxville seinen 75. Geburtstag mit einer Selbstretrospektive. Residenzen inne haben Bill Frisell (unter anderem mit Eyvind Kang), Pianist Vijay Iyer, der mit seinem Quartett sowie im Duo mit Jennifer Koh und im Trio mit Alam Khan und Nitin Mitta auftritt, und, last but not least: Schlagwerkerin Valentina Magaletti. Für sie steht an diesem langen Wochenende je ein Konzert mit dem japanischen Elektroniker YPY, ihrem Dub-Ensemble Holy Tongue und ihrem gestaltwandlerischen Trio Vanishing Twin auf dem Programm.
Als Gastkuratoren fungieren unter anderem Gitarrist Melvin Gibbs und Pedal-Steel-Gitarrist Luke Schneider. Dazu kommen etliche Einzelkonzerte zum Beispiel von Brad Mehldau, Robert Glasper, Craig Taborn, dem Kronos Quartett, Chris Potter, David Murray oder Bob James, aber auch anspruchsvolle Club- und Populärmusik von Mouse on Mars, Andy Stott und den Sleaford Mods. Selbst im Kleingedruckten finden sich Namen, die anderswo ganz oben im Programm stehen würden, etwa Horse Lords, Ingrid Laubrock’s Grammy Season mit DoYeon Kim, Matthew Shipp, Amina Claudine Myers und viele mehr. Wer auf dieses Festival geht, nimmt in Kauf, mehr exzellente Konzerte zu verpassen als zu erleben.